Donauwörth (wwi) - Wenn am heutigen Samstagmorgen nach 15-monatiger intensiver Planungs-, Bau- und Vorbereitungszeit pünktlich um 6 Uhr das neue Logistik-Zentrum der Firma Eurocopter offiziell den Betrieb aufnimmt, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen - zumindest wenn man einer alten Weisheit aus der Welt des Theaters glauben will. Bei der großen Einweihungsfeier vor hunderten von Gästen ging nämlich gestern die "Generalprobe" daneben. Eine mit Champagner beladene Kiste - beobachtet von Kameras, deren Bilder auf eine große Leinwand geworfen wurden - rollte über ein Gewirr von Bändern und sollte direkt zu den Hauptakteuren in den "Festsaal" gelangen.



Doch auf den letzten Metern geriet der blaue Behälter, aus dem eindrucksvoll Trockeneis quoll, ins Stocken. Als die Kiste dann endlich am Ziel war, kippte sie mit einem großen Knall auf den Boden und die Flaschen mit dem edlen Getränk purzelten vor die Füße von Staatssekretär Georg Schmid, Eurocopter-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Schoder, Projektleiter Manfred Wenninger und Heinz Fiege, Chef des gleichnamigen Konzerns, der das Logistik-Zentrum betreibt.
Der Schreck war jedoch nur von kurzer Dauer. Ansonsten überwog bei den Verantwortlichen die Freude über ein Projekt, das - wie Schoder erneut betonte - "für den weiteren Erfolg von Eurocopter in Donauwörth eine ganz entscheidende Rolle spielt". Schoder erinnerte an "drei Jahre intensivster Arbeit für den Helicopter-Technologie-Park". Das Logistikzentrum sei in diesem der wichtigste Projektabschnitt. Nachdem Eurocopter-Manager Bert Stegkemper im Dezember 2003 die Idee dazu geäußert hatte, seien im Laufe des Jahres 2004 die Weichen für das Vorhaben gestellt worden. Im Dezember 2004 seien die benötigten Flächen von Tengelmann AG auf dem einstigen Gubi-Gelände gekauft worden.
Eurocopter-Projektleiter Manfred Wenninger stellte fest, dass es sich trotz der Auslagerung der bislang dezentral an zehn Standorten inner- und außerhalb des Werksgeländes untergebrachten Logistik um einen "integrierten Betrieb" handle. Eurocopter hat die Gebäude angemietet und stellt sie dem Logistik-Konzern Fiege zur Verfügung.
Dessen Chef Heinz Fiege sprach von einem "Meilenstein". Das Leistungsspektrum in der Zusammenarbeit mit Eurocopter sei komplexer, als man es bislang im Logistik-Bereich kenne. So beinhaltet der neue Komplex unter anderem auch eine Qualitätssicherung und bis Pfingsten 2008 ein Lager für Rohmaterial, das dort für die Produktion gleich zugeschnitten wird.
"Heute ist ein großer Tag der Freude", sagte Innen-Staatssekretär Georg Schmid. Der zeigte sich auch begeistert davon, "dass ein so großartiges Unternehmen wie Fiege in Donauwörth angekommen ist". Der Konzern mit 21 000 Mitarbeitern an 220 Standorten macht einen Jahresumsatz von 1,8 Milliarden Euro.Oberbürgermeister Armin Neudert merkte an, viele einzelne Schritte seien nötig gewesen, um das Zentrum zu verwirklichen - angefangen vom Bebauungsplan bis hin zum Kreisverkehr, der in der Artur-Proeller-Straße gebaut wurde und von dem eine Abzweigung direkt zu "Tor 5" führt, an dem sich die neuen Hallen befinden.
Zuständig für alle Waren, die ins Werk gehen oder es verlassen
Das Logistik-Zentrum kümmert sich um alle Waren, die in das Eurocopter-Werk gehen oder es verlassen. Auch der Transport innerhalb der Fabrik wird koordiniert. Die nächsten Schritte zum Helikopter-Technologie-Park stehen bereits in naher Zukunft an (siehe "Fakten und Zahlen").
Zu den Partnern des Logistik-Zentrums gehört auch die Spedition Treffer aus Buchdorf, wie Wolfgang Schoder am Rande der Veranstaltung mitteilte.
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