Schon seit Jahren steigt die Zahl der übergewichtigen Kinder in Deutschland an. Bereits Grundschüler sitzen lieber mit Fast Food vor dem Computer als draußen mit ihren Freunden zu radeln. Soll Kochen und Ernährung nun auf dem Stundenplan in den Schulen stehen?

Donauwörth (smd) - Schon seit Jahren steigt die Zahl der übergewichtigen Kinder in Deutschland an. Bereits Grundschüler sitzen lieber mit Fast Food vor dem Computer als draußen mit ihren Freunden zu radeln. Verbraucher-Staatssekretär Gerd Müller fordert nun, dass Kochen und Ernährung in allen Schulen fest auf dem Stundenplan stehen sollen, um den Kindern gesundes Essen schmackhaft zu machen.
An der Ludwig-Auer-Hauptschule in Donauwörth ist der Hauswirtschaftliche Bereich (HSB) in der siebten Klasse Pflicht, danach kann er abgewählt werden. "Viele denken, in Hauswirtschaft lernen die Schüler nur Kochen", hat Lehrerin Isabell Zach festgestellt, "doch es gehört auch dazu, bei den Schülern eine gesunde Lebensweise zu fördern."
Dazu würden zum Beispiel die Elemente der mediterranen Küche besprochen. "Wir erklären den Schülern den Vorteil dieser Ernährungsweise und warum es in Mittelmeerländern weniger oft Herz- und Kreislauferkrankungen gibt", berichtete die Hauswirtschaftslehrerin. "Und natürlich wollen wir den Kindern auch klarmachen, wie wichtig Sport und Bewegung sind."
An Realschulen haben alle Siebtklässler, außer im Französisch-Zweig, Pflichtunterricht im Fach "Haushalt und Ernährung". "Und es gibt immer etwa 20 Kinder die Hauswirtschaft später als Wahlfach belegen", so Dr. Heinz Sommerer, Schulleiter der Anton-Jaumann-Realschule in Wemding. Auch hier steht nicht nur das Kochen an sich auf dem Lehrplan, sondern auch vollwertige Ernährung, Ess- und Tischkultur, Planen und Organisieren eines Haushaltes, Sicherheit, Ökologie und Ökonomie. "Die Schüler lernen Verschiedenes von "wie schalte ich den Ofen an" bis zu Hygienevorschriften", berichtete der Schulleiter.
Bereits im Kindergarten sollten Kinder an gesundes Essen herangeführt werden, findet Cornelia Zink, Ernährungsberaterin bei der AOK. "Wenn in der Kindergartengruppe kalorienfreie Getränke wie Tee bereitstehen und ein Teller mit Obststücken zum Naschen, gewöhnen sich die Kinder daran." Dann würde auch zu Hause mal eher nach einer Banane als nach einem Schokoriegel gegriffen.
Und an den Schulen müsse darauf geachtet werden, dass die äußeren Gegebenheiten dem Gelernten nicht widersprechen: "Wenn die Schüler einerseits erzählt bekommen, dass süße Limo ungesund ist, aber andererseits ein Automat mit zuckerhaltigen Getränken in der Schule steht, ist das widersprüchlich." Gesunde Ernährung scheitere bei den Kindern nicht am Wissen, sondern an der Gewohnheit. Für Schule und Kindergarten gilt: "Wenn die Kinder etwas selbst gemacht haben, essen sie es lieber", so Zink. Und auch eine gemeinsame Familienmahlzeit zur festen Zeit sei eine gut Sache.
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