Am Beispiel der Stadt Rain zeigt sich ein weitverbreitetes Problem: Es ist äußerst schwer, Flächen für Windräder zu finden, die für die Bürger akzeptabel sind. Von Manuel Wenzel


Rain Es war alles andere als eine gewöhnliche Stadtratssitzung, die am Mittwochabend in Rain stattfand. Wegen des erwartet hohen Zuhörer-andrangs – rund 50 Bürger kamen schließlich – fand sie im Saal des Treffpunkts „Am Bayertor“ statt, dauerte über viereinhalb Stunden und hatte nur ein Thema auf der Tagesordnung: Windkraft.
Die Stadt will klar festlegen, wo in Rain einmal Windräder gebaut werden dürfen und wo nicht. Am Mittwoch ging es um die geplante Ausweisung von Konzentrationsflächen westlich von Wallerdorf und Wächtering und die Meinung der Bürger dazu (siehe Infokasten). Die Mandatsträger trafen dabei eine richtungsweisende Entscheidung. Alle Windräder müssen mindestens 1200 Meter von den beiden Stadtteilen entfernt sein.
Auch die Nachbarn planen in dieser Ecke
Die räumliche Distanz zwischen möglichen Windrädern und den Häusern war das Thema, das den Bürgern am wichtigsten war. Wie Bürgermeister Gerhard Martin betonte, ist laut der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (kurz: TA Lärm) ab einem Abstand von 800 Metern nicht mehr mit negativen Folgen zu rechnen. Das war den Stadträten im Falle von Wallerdorf und Wächtering aber nicht genug.
Die Fraktionen waren sich einig und stimmten dem Vorschlag der Verwaltung zu, den Abstand auf 1200 Meter zu erhöhen. „Immissionsrechtlich ist das allerdings nicht zu begründen“, betonte Martin. „Da wären wir gleich weg vom Fenster.“ Die 1200 Meter seien nur wegen des „besonderen Schutzbedarfs“ von Wallerdorf und Wächtering zu rechtfertigen. An anderen Stellen sei dies nicht möglich, so Martin.
Für alle übrigen Teile Rains legte das Gremium eine Distanz von 1000 Metern fest. Auch hier fällt das Immissionsrecht als Argument weg. So sollen dem Bürgermeister zufolge die Stadtteile auch in Richtung möglicher Windräder weiter wachsen können.
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