Mittwoch, 20. September 2017

23. November 2016 00:34 Uhr

Folkmusik

Nicht nur für Irland-Freunde

Die Band Cara berührt das Publikum mit Balladen und mehr. Aber das Wort „Cara“ hat im Gälischen ja schließlich auch eine besondere Bedeutung Von Petra Plaum

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Zwei Frauen, zwei Männer und eine ganze Menge exotischer Instrumente. Die Band Cara beherrscht unter anderem auch Uilleann Pipes, Dobro und Dudelsack.
Foto: Plaum

Was passiert, wenn drei Deutsche und eine Schottin gemeinsam Musik machen? Es klingt mitreißend irisch – das bewies die Band Cara auf der Kleinkunstbühne Thaddäus in Kaisheim. Nicht nur das Zusammenspiel der Stimmen und der Instrumente – namentlich Uilleann Pipes, Geige, Fiddle, Akkordeon, Gitarren, Dobro und Piano – entführte das Publikum auf die Grüne Insel. Sondern auch ein zweites Talent der Band mutete sehr irisch an: das des Geschichtenerzählens.

Zu manch einem traditionellen oder selbst geschriebenen Lied gab es nämlich launig-charmante Fakten, präsentiert von den Sängerinnen. „Irische Balladen haben die Angewohnheit, dass sie selten Happy Ends haben“, verriet Walther. „Sie sind aus dem Stoff, aus dem in anderen Ländern Opern gemacht werden.“ Als Beispiel präsentierten Cara „Little Musgrave“: Musiklegende Christy Moore schrieb den Text zur Ballade um die Liebe zwischen einer verheirateten Lady und Little Musgrave, einem Ritter. „Warum Musgraves geringe Größe die Lady nicht störte, wird nicht gesagt, vielleicht war sie selbst nicht sehr groß?“, mutmaßte Walther und erntete Lacher. Kurz darauf war es mucksmäuschenstill im Saal. Die klaren, ausdrucksvollen Stimmen der Sängerinnen und das die Dramatik der Ballade untermalende Spiel der Instrumentalisten trafen mitten ins Herz.

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Doch die Iren allgemein sowie Cara produzieren auch fröhliche Musik – diese prägte den Abend ebenso. Temporeiche Folksongs gingen ins Bein, manch ein Song klang überraschend rockig, dann wieder luden Liebeslieder zum Träumen ein. Alle lernten: Wo Irish Music draufsteht, ist manchmal Schönes aus Schottland drin. Cara hat zwar zweimal den Irish Music Award gewonnen und seit der Gründung 2003 schon mehrfach irische Bandmitglieder gehabt. Von der aktuellen Besetzung bringt jedoch nur ein Mitglied irische Vorfahren mit: Kim Edgar aus Edinburgh, Sängerin, Songwriterin und Pianistin. Die Gründungsmitglieder Gudrun Walther und Jürgen Treyz stammen aus der Pfalz beziehungsweise Baden-Württemberg, der Neueste und Jüngste im Bunde, Hendrik Morgenbrodt, aus Hamburg. Und ob sie sich beim Schreiben und Komponieren nur von Irland inspirieren lassen oder zudem von Lappland oder den Attentaten in Paris, wie beim aktuellen Album „Yet We Sing“ geschehen: Hauptsache, das Ergebnis berührt.

Das, zeigte sich in Kaisheim, tut es. Cara heißt auf Irisch Freund, und diese Freundschaft schien im voll besetzten Thaddäuskeller jeder zu schätzen. Wo sonst gibt es nicht nur feinste Livemusik mit Uilleann Pipes, dem irischen Dudelsack, sondern auch Anschauungsunterricht dazu, wie man ihn spielt? Mehr noch: Morgenbrodt, Holzblasinstrumentenmacher, hat seine Pipes sogar selbst hergestellt! Wunderbar auch die Geschichte um das Lied „Blood, Ice, and Ashes“ um eine Mörderin: Edgar erklärte, sie habe es geschrieben – zusammen mit Karine Polwart –, weil in den traditionellen schottischen Balladen immer nur die Männer morden.

Ach, so war das mit der Gleichberechtigung! Walther kann nicht nur singen und moderieren, sondern auch Lieder schreiben, Akkordeon und die Fiddle spielen. Und natürlich ist auch Treyz ein Multitalent: Er hat Gitarre studiert, schon zehn Jahre vor Cara das Artes-Tonstudio gegründet, und er komponiert. Auf der Bühne spielt er Gitarren und Dobro und singt begleitend mit. Bei allem Können gaben sich die Künstler in Kaisheim bescheiden: Zum Abschied dankte Walther den Gästen dafür, dass sie immer wieder kommen und den Musikern somit ermöglichen, „von dem zu leben, was wir lieben“. Alle hier dürften sich folgerichtig auf ein Wiedersehen freuen – gern auch wieder mit dem fünften, diesmal abwesenden Bandmitglied Rolf Wagels an der Bodhrán.

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