Donauwörth (-fd-/wwi) - Heuer hat ja der gute Vorsatz, mit dem Rauchen aufzuhören, erhebliche Unterstützung durch das Rauchverbot in Gaststätten und öffentlichen Gebäuden erhalten. Seit Dienstag gilt bekanntlich in Bayern das in Deutschland schärfste Gesetz dazu. Die ersten Erfahrungen damit scheinen durchwachsen zu sein.


Während Speiselokale wenig Probleme mit rauchfreiem Ambiente haben, sind Kneipen und Pubs klar auf Konfrontationskurs zur Politik. Insgesamt überwiegt die Skepsis, ob die knallharte bayerische Linie auf Dauer Bestand haben werde. Als erste Nagelprobe gilt die kommende Faschingszeit.
Schlicht existenzbedrohend
Das Gesetz in seiner jetzigen Form, so Doris Seebauer, Mitinhaberin der "Krone" in Oettingen, sei für viele Gaststätten schlicht existenzbedrohend. Es werde sich im Umsatz definitiv niederschlagen und auch manchen Wirt zur Aufgabe zwingen. "Wir überlegen für unser Haus in Oettingen intensiv, wie wir das Problem im Sinne unserer Gäste lösen können", so Doris Seebauer. Gefordert sei hier auch der Hotel- und Gaststättenverband, der sich bereits mit dem Thema befasse.
Am 7. Januar finde eine Versammlung statt, bei der das Thema auf der Tagesordnung ganz oben stehe, teilt der Kreisvorsitzende des Verbands, Sepp Meyer, unserer Zeitung mit. Er sei gespannt auf die Reaktionen und Erfahrungen der Kollegen - vor allem derjenigen, die Kneipen, klassische Bierlokale oder Diskotheken betreiben.
In seinem eigenen Speiselokal ("Meerfräulein") in Wemding sei das Rauchverbot "gar kein großes Thema", so Meyer. Er befürchte keinen Umsatzrückgang. Selbst Gäste, die starke Raucher seien, hätten am Mittwochabend drei Stunden am Tisch gesessen und seien kein einziges Mal vor die Tür gegangen: "Da war ich ganz überrascht." Persönlich glaubt Meyer, "dass die Sache viel heißer diskutiert als in der Praxis umgesetzt wird".
Elke Kuhl, die Wirtin des "Fürstlichen Keller" in Wallerstein macht aus ihrem Zorn keinen Hehl: "Die Biertrinker bleiben weg. Mir fehlt schon ein ganzer Stammtisch". Das seien jetzt schon mehr als spürbare Einbußen. Sie wünscht sich eine Nachbesserung des Gesetzes, damit wenigstens abgetrennte Raucherräume möglich wären.
Inzwischen will sie die sechswöchige Toleranzzeit, in der keine Strafen verhängt werden sollen, zugunsten der Gäste nutzen: "Wenn jemand nach einem Aschenbecher fragt, habe ich die Wahl, ihm einen zu geben, oder ihn gehen zu lassen. Also gebe ich ihm wohl einen".
Raucher müssen in der Gaststätte "Zur Traube" in Niederschönenfeld-Feldheim gemäß dem neuen Gesetz vor die Tür - und Wirtin Elisabeth Schuhladen ist gar nicht glücklich darüber: "Ich habe kein gutes Gefühl." Unter manchen Gästen mache sich eine "gewisse Aggressivität" breit, auch weil beispielsweise Raucher verspottet würden, wenn sie das Lokal verlassen. "Unsere Stammtische leiden darunter", so Elisabeth Schuhladen.
"...für unsere Gäste ist das kein Problem"
Anders beurteilt Hubert Schneid, dem das "Buena Vista" in Donauwörth gehört, die Lage: "Ich denke, für unsere Gäste ist das Rauchverbot kein Problem." Am Mittwochabend habe zwei- oder dreimal ein Gast sich aus Gewohnheit eine Zigarette angesteckt - und sei darauf höflich gebeten worden, dies im Freien zu tun. "Das ist akzeptiert worden", sagt Schneid, der über seine eigene Kneipe sagt: "Wir waren ein starkes Raucherlokal." Mancher Raucher ergreife das Verbot sogar als Chance, beim Konsum der Glimmstengel etwas kürzer zu treten.
Dass das Rauchverbot ländliche Gaststätten in den Ruin treibe, hält Schneid für abwegig: "Viele Dorfwirtschaften sterben auch so." Andere, gut geführt Gasthäuser hätten keine Probleme.
Wie sich das neue Gesetz in der Praxis auswirke, könne man erst nach einigen Wochen sagen. Nach den vielen Wochenend- und Feiertagen laufe das Geschäft Anfang Januar traditionell etwas ruhiger. Die Devise des Wirts: "Nur nicht verrückt machen lassen."
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