Sonntag, 19. November 2017

31. Mai 2012 12:13 Uhr

Hubschrauber

Rettung kommt aus Roth

Ab Januar 2013 soll Nordschwaben vom fränkischen Fliegerhorst aus versorgt werden. Damit sollen die weißen Flecken auf der Landkarte des Kreises verschwinden Von Bernd Schied

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Christoph Nürnberg wird ab 1. Januar auch über Nordschwaben kreisen. Bisher war der Intensiv-Transporthubschrauber für Mittelfranken und Nordbayern im Einsatz. Ob diese Lösung für eine annähernd flächendeckende Luftrettung im Landkreis greift, wird in einem Probejahr bis 2014 getestet.
Foto: DRF Luftrettung

München/Donauwörth Ein großes Anliegen des nordwest-schwäbischen und west-mittelfränkischen Raumes ist gestern erfüllt worden – vorerst zumindest: Auf dem Fliegerhorst in Roth bei Nürnberg wird ab Januar 2013 ein Rettungshubschrauber probeweise für ein Jahr stationiert, der den Landkreis Donau-Ries und den Raum Dinkelsbühl/Gunzenhausen rettungsdienstlich versorgen soll. Dies gab gestern Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nach einer Konferenz mit Landräten und Oberbürgermeistern aus den betroffenen Regionen in München bekannt.

Der Helikopter ist derzeit zusammen mit einem weiteren auf dem Flughafen in Nürnberg stationiert und wird ab Anfang kommenden Jahres nach Roth verlegt. Er trägt die Bezeichnung „ITH“ (Intensiv-Transporthubschrauber) und kommt auf rund 780 Einsätze pro Jahr. Das Besondere an diesem Heli: Er wird zweifach eingesetzt – im Fachjargon „Dual-Use“ genannt. Er steht zum einen für Rettungsdiensteinsätze rund um die Uhr zur Verfügung; andererseits wird er aber auch häufig für Patientenverlegungen zwischen Krankenhäusern oder Organtransporte genutzt.

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Wie der CSU-Fraktionsvorsitzende und Donau-Rieser Stimmkreisabgeordnete Georg Schmid gestern gegenüber unserer Zeitung erklärte, habe sich nach intensiven Prüfungen und Gesprächen der Standort Roth angeboten, weil am dortigen Fliegerhorst bereits die Bundeswehr und eine Polizeihubschrauberstaffel angesiedelt sei und somit die nötige Infrastruktur zur Verfügung stehe – insbesondere für den „Instrumentenflug“, der bei schlechten Witterungsverhältnissen oder Dunkelheit zum Tragen komme. Das Einsatzgebiet des künftigen Rettungshelis lässt sich ablesen, wenn man um den Standort Roth einen 60-Kilometer-Radius zieht (siehe Grafik). Darin enthalten sind der Raum Dinkelsbühl/Feuchtwangen, das Hesselberggebiet sowie das Ries. Innerhalb dieser Zone soll der Heli in 15 Minuten am Einsatzort sein. Der südliche Landkreis wird in Zukunft vom noch zu stationierenden Heli am Augsburger Klinikum versorgt. Georg Schmid wertete das Ergebnis insgesamt positiv. Nach dem Probebetrieb werde man genau prüfen müssen, ob sich das Modell als funktionsfähig erweise oder nicht. Sollte die Bilanz negativ ausfallen, „werden wir an einem weiteren Rettungshubschrauber in unserem Raum nicht vorbeikommen“. Das jetzige Ergebnis sei Ausdruck stetigen Bemühens der Mandatsträger aus der Region um eine Lösung.

Rößle: Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Landrat Stefan Rößle sagte von seinem Urlaubsort aus, er sei froh, „dass Bewegung in die Sache gekommen ist.“ Die Staatsregierung habe nach ihrer Entscheidung für Augsburg ihre Zusage eingehalten und für Nordschwaben und Mittelfranken eine Lösung gefunden, um die weißen Flecken bei der Luftrettung zu beseitigen. Nach seiner Auffassung werde die „Lösung Roth“ jedoch nur unter zwei Voraussetzungen funktionieren: der ITH müsse für Einsätze in Südwest-Mittelfranken und Nordwest-Schwaben verfügbar und in Augsburg müsse der Hubschrauberstandort einsatzbereit sein. „Wenn Augsburg nicht läuft, ist unser südlicher Landkreis nicht versorgt“. Franz Oppel, Kreisvorsitzender des Roten-Kreuzes, nannte die Entscheidung für Roth einen „vernünftigen Schritt in die richtige Richtung“.

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