Genderkingen Morgens beim Zähneputzen, mittags beim Nudeln kochen und abends beim gemütlichen Vollbad - überall und jeden Tag braucht der Mensch Wasser. Wasser, dass jede Kommune in Deutschland seinen Bürgern ausreichend zur Verfügung stellen muss, so ein Gesetz. Doch woher kommt das Wasser? Wie weit ist der Weg des Wassers, bis es aus den Hähnen sprudelt? Wie sauber ist das Grundwasser überhaupt? Von simone bronnhuber


Seit 36 Jahren in Genderkingen im Einsatz
All diese Fragen und noch viele mehr wurden am vergangenen Wochenende in Genderkingen gelöst. Dort steht ein Wasserwerk, das über 1,2 Millionen Menschen täglich mit Wasser versorgt. Bei einem Tag der offenen Tür hatten Besucher, vor allem Anwohner, die Möglichkeit einmal einen Blick hinter den Zaun zu wagen, um genau zu erfahren, was eigentlich alles in einem Wasserwerk vor sich geht.
Das Wasserwerk Genderkingen gehört zum Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum (WFW) und ist seit genau 36 Jahren im Einsatz. Bis das Wasser aus den Hähnen sprudelt, muss es vier Stationen durchlaufen. In der sogenannten Fassung Schönenfelder Hof wird das Grundwasser gewonnen und in das Wasserwerk Genderkingen gepumpt. Dort wird das Rohwasser in einer Belüftungs- und Filteranlage aufbereitet, sodass es anschließend nach Graisbach in einen 155 Meter höher gelegenen Behälter gepumpt werden kann. Von dort aus fließt das Wasser im freien Gefälle durch die WFW-Fernleitungen in die Haushalte. Wie genau die technischen Abläufe funktionieren, konnten Besucher den ganzen Tag bei halbstündigen Rundgängen durch das Werk erfahren. So manch einer kam da ins Staunen, wie beispielsweise stellvertretender Landrat Franz Oppel: "Es ist wirklich beeindruckend, wie hier alles funktioniert." Er fand den Tag der offenen Tür eine gute Idee, denn "so sehen wirklich auch mal Skeptiker, was hier eigentlich los ist."
Sein Kollege Roland Dietz, Bürgermeister von Genderkingen, war schon einmal im Werk. "Wir können stolz sein, dass das Wasserwerk in Genderkingen steht. Es ist definitiv ein regionales Aushängeschild", so Dietz.
Aufgrund guter Wasserqualität geringer Aufwand
Neben Erklärungen zu den technischen Anlagen informierten Experten aber auch an acht Stationen über die Möglichkeiten der Grundwassergewinnung. Vor allem, die aus dem Wasserschutzgebiet Genderkingen. Strategiemanager bei WFW, Ulrich Mohr, war einer von ihnen. Er erklärte: "Wir sind besonders stolz auf unser Wasser. Es ist in guter Qualität vorhanden und wir haben hier nur noch einen geringen Aufbereitungsaufwand." Mohr legte vor allem Wert darauf, dass die Besucher erfuhren, dass das Wasserwerk fest in regionaler Hand ist. "Der kommunale Aufwandsträger ist ebenfalls Entscheidungsträger wie auch Mitverantwortlicher", so Mohr. Der Hauptsitz des Zweckverbands sei zwar in Franken, aber ob die Monheimer beispielsweise morgens ihre Zähne putzen können, ist auch abhängig von der Kommune.
www.wfw-franken.de
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