Marxheim-Schweinspoint 600 Mitarbeiter mit hoher fachlicher und sozialer Kompetenz betreuen in modernen Wohnhäusern und Werkstätten 900 Behinderte: Das ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Aufbauarbeit in der Stiftung Schweinspoint seit nunmehr 150 Jahren. Bei einer Jubiläumsfeier mit zahlreichen Ehrengästen ließ man diese erfreuliche Entwicklung Revue passieren.



Das Fest begann mit einem feierlichen Gottesdienst, den Diözesan-Caritasdirektor Prälat Peter C. Manz und Marxheims Pfarrer Marijan Peric in der Stiftungskirche zelebrierten. Die musikalische Umrahmung besorgten Eugen Engelhard (Orgel) sowie der Mitarbeiter- und Heimchor unter Leitung von Erna Dirschinger. Eindrucksvoll wurden in einem szenischen Spiel die fünf Lebensstationen des heiligen Johannes von Gott, geboren am 8. März 1495 in Portugal, dargestellt: Hirte, Soldat, Arbeiter in einem Steinbruch, Straßenhändler und schließlich aufopferungsvolle Arbeit in einem Spital in der spanischen Stadt Ávila. "Er entwickelte sich vom Abenteurer und Aussteiger zum Gründer des Ordens der Barmherzigen Brüder", sagte Prälat Manz in der Predigt. Er habe seinem Leben mehrmals eine andere Richtung gegeben, bis er schließlich eine Predigt des heiligen Johannes von Ávila über die Gnade und Güte Jesu gehört habe. Schon bald habe er das erste Krankenhaus gebaut, in dem er Arme und Kranke aufgenommen und auf neuartige Weise gepflegt habe. Als Christ sollte man, wie Johannes von Gott, nicht alles hinnehmen, wie es ist, sondern verändern, was veränderbar ist, riet der Geistliche.
Bei der Begrüßung in der geschmückten Diepoldhalle dankte Geschäftsführer Robert Freiberger nicht nur den Barmherzigen Brüdern "für die Gründung dieser Stiftung und die aufopferungsvolle 111- jährige Arbeit, sondern auch allen früheren und heutigen Mitarbeitern." Ohne das gute Miteinander zwischen Stiftung, Gemeinde und Pfarrei wäre die erfolgreiche Entwicklung nicht denkbar gewesen, betonte er.
In seinem Festvortrag beschrieb Frater Donatus von den Barmherzigen Brüdern in Neuburg die Geschichte des Wirkens dieser Ordensgemeinschaft in Bayern. Durch die Stiftung eines Spitals durch Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm in Neuburg an der Donau seien die Brüder im Jahr 1622 von Österreich nach Bayern gekommen.
Durch die Gunst der Wittelsbacher habe sich der Orden auch über Bayern hinaus ausdehnen können. Aufgrund eines Erlasses von Kaiser Joseph II. mussten die Hospitäler außerhalb Österreichs abgetrennt werden. Die Ordenshäuser in Bayern, Schlesien und Westdeutschland wurden zur "Deutschen Provinz zum heiligen Karl Borromäus" vereint.
Bedingt durch die Säkularisation wurde die Provinz 1803 aufgelöst. König Ludwig I. habe nach wiederholtem Ansuchen 1831 das Hospital St. Wolfgang in Neuburg dem Orden wieder zurückgegeben. 1851 sei die bayerische Ordensprovinz errichtet werden. "Heute gehören zu unserer Ordensprovinz Bayern 18 Einrichtungen, in denen 37 Brüder und über 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind", schloss Frater Donatus.
Nach dem Mittagessen konnte man das "Kreativprogramm" in den Häusern der Stiftung erleben: Fotocollagen, Schwarzlichttheater, kulinarische Angebote, Bastelangebote, geschichtlicher Rückblick, Schwarz-Weiß-Film, alte Geräte und Gegenstände und vieles mehr: Eine gelungene Gesamtschau anlässlich eines großen Jubiläums.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: