Mittwoch, 23. August 2017

14. Februar 2017 07:21 Uhr

Donau-Ries-Kreis

Stromtrassen-Gegner: Protestplakate sollen bleiben

Vertreter der Bürgerinitiativen erklären, was sie damit erreichen wollen.

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Obwohl die Stromtrasse in der Region seit Längerem vom Tisch zu sein scheint, gibt es nach wie vor viele Plakate gegen das Vorhaben. Hier in Feldheim.
Foto: Wenzel

Die große Stromtrasse kommt wohl nicht durch die Region, das ist seit geraumer Zeit klar. Dennoch sind vielerorts noch Plakate und Schilder zu sehen, die den Widerstand gegen das Vorhaben ausdrücken. Nun melden sich Vertreter von Bürgerinitiativen (BI) zu Wort und erklären, warum die Protestbekundungen noch immer angebracht sind – und auch künftig bleiben sollen.

Auch wenn der Protest aktuell nicht mehr so durch Kundgebungen und Demonstrationen gezeichnet sei wie noch 2014, so sollen die Plakate weiter werben „für den Kampf gegen die Monstertrassen und für eine echte Energiewende dezentral und regional“. Das teilt Martin Stegmair aus Niederschönenfeld, Vorsitzender der BI Megatrasse-Lech, mit. Alleine die Nachhaltigkeit verbiete es, alles wegzuwerfen – „zumal unsere ursprüngliche Trasse zwar nach Osten verschoben ist, aber immer noch im Netzentwicklungsplan 2030 vom 31. Januar gelistet ist und jederzeit wieder zur Tagesordnung zurück kann“, so Stegmair. Die Transparente stünden für das Ziel, die Trassen nicht nach dem St. Florians-Prinzip zu verschieben. Diese seien unnötig für die Versorgungssicherheit Bayerns. Sie dienten nur dazu, die großen vier Übertragungsnetzbetreiber und ihre Stromversorger am Leben zu erhalten. Stegmair: „Wir Bürgerinitiativen und kämpfen weiter, auch mit den Transparenten aus 2014, solange die Trassen nicht aus dem Netzentwicklungsplan oder der Politik verschwunden sind. Wir sehen die Betroffenheit nicht bei unserem Grundstück um die Ecke, sondern für unser ganzes Land unsere Heimat, wir tragen Verantwortung für unsere Kinder.“

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Auch Anja Dieminger, Sprecherin der BI Megatrasse VG Nordendorf, sieht keinen Grund, die Schilder abzuhängen. Man habe sich schon immer gegen überdimensionierten Trassenbau ausgesprochen. Dabei habe an oberster Stelle gestanden, dass es kein „St. Florians-Prinzip“ gibt. Dies sei mit der Verschiebung der Trassen aber der Fall. Obwohl der Protest nicht mehr die Dimension wie noch vor drei Jahren habe, sieht sie in den Plakaten „Mahnmale, die uns immer daran erinnern sollen, was das Ziel dieser Bürgerbewegung ist: Eine dezentrale Energiewende auf Augenhöhe mit den Bürgern – ohne Monstertrassen, die vor allem dem europäischen Strombinnenmarkt dienen sollen, um der Kohle-und Atomlobby die Taschen zu füllen“, so Dieminger.

Ihre Mitstreiterin von der BI „Trassenstopp Rennertshofen“, Michaela Hermann, betont ebenfalls, dass für die Energiewende die Süd-Ostleitung nicht der richtige Weg sei – „egal, ob bei uns oder wo anders“. Die Schilder sollen aber auch auf Klimawandel und -erwärmung aufmerksam mache. „Es wird weltweit Gebiete geben, in denen man nicht mehr leben kann. Inseln werden verschwinden. Menschen, die dort leben, müssen sich eine andere Heimat suchen. Die Erzeugung von Lebensmitteln wird schwieriger und vieles mehr. Dafür stehen auch unsere Schilder, auch wenn der Text und die Bilder vielleicht dies nicht so klar darstellen“. Die Politik allein könne zentral die Energiewende nicht stemmen. Dafür brauche es Akteure, die im Privaten und auch in den Kommunen die Möglichkeiten nutzen, aber auch die Politiker unabhängig informieren und fordern. „Dies ist neben dem Widerstand zu unserer Aufgabe geworden. Dafür stehen auch die Bilder – um uns alle immer wieder daran zu erinnern“, sagt Hermann.

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Ein Artikel von
Manuel Wenzel

Donauwörther Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten Donauwörth

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