Freitag, 26. August 2016

30. Juli 2015 06:40 Uhr

Landkreis Donau-Ries

Tierfreunde besorgt: Sind Katzenfänger unterwegs?

Im südlichen Landkreis verschwinden im Moment vermehrt Katzen. Katzenbesitzer sind alarmiert – und haben den Verdacht auf Katzenfänger.

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Katzenbesitzer machen sich große Sorgen: Vor allem in Rain und Oberndorf, Genderkingen, Mertingen und Bäumenheim verschwinden seit gut zwei Wochen regelmäßig Tiere.
Foto: Tim Brakemeier/dpa (Symbolbild)

Am frühen Morgen hat sie Purmi und Moppel aus dem Haus gelassen – wie sie es oft tut. Einige Stunden später aber stand nur Moppel wieder vor der Tür. Die siebenjährige Purmi ließ sich nicht blicken. Das ist nun schon einige Tage her. Seither fehlt von der Katze jede Spur. „Langsam gebe ich die Hoffnung auf, dass sie noch zurückkommt“, sagt Rosina M. Das ist nicht ihr richtiger Name. Den möchte die Oberndorferin nicht in der Zeitung lesen. Sie fürchtet, dass Kriminielle hinter dem Verschwinden des Tieres stecken könnten – Katzenfänger.

„Purmi ist eine ganz scheue Katze, die normalerweise kaum das Grundstück verlässt und noch nie länger weg war“, sagt sie. Bei allen Nachbarn habe die Familie schon geklingelt und die Straßen abgesucht – nirgendwo habe eine überfahrene Katze gelegen. „Und wäre sie irgendwo eingesperrt, dann würde sie ja schreien“, sagt Rosina M.

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Zuletzt wurden etwa 20 Katzen im Landkreis vermisst

Werner Verfürth hört im Moment öfter Geschichten wie diese: „Seit etwa zwei Wochen häuft sich das. In Rain, Genderkingen, Oberndorf, Mertingen und Bäumenheim wurden zuletzt etwa 20 Katzen als vermisst gemeldet“, sagt der Zweite Vorsitzende des Vereins Samtpfoten Katzenhilfe Ries. Verfürth lebt selbst in Genderkingen.

Wenn Katzen nicht mehr heimkehren, könne das viele Gründe haben, sagt er: Sei es, dass sie unter die Räder kommen; dass sie sich in einem fremden Auto verkriechen, unbemerkt weggefahren werden und dann nicht mehr zurückfinden; oder dass Jäger sie fernab der Siedlungen schießen. Dies könne bei wildernden Katzen unter bestimmten Voraussetzungen zwar mal vorkommen, erklärt Robert Oberfrank, Vorsitzender im Kreisjagdverband Donauwörth: „Das sind dann aber seltene Einzelfälle.“

Für Werner Verfürth ist es aber gerade die Vielzahl der verschwundenen Tiere, die ihn im Moment stutzig macht. In Oberndorf sei sogar ein Katzenpärchen plötzlich weg gewesen, am selben Tag: „Da ist doch der Zufall zu groß“, sagt er. Deshalb hat auch er den Verdacht, so wie Rosina M., dass Katzenfänger dahinter stecken.

„Wir möchten niemanden beschuldigen, sondern die Leute sensibilisieren“, sagt Verfürth. Katzenbesitzern empfiehlt er, beim Tierarzt ein Stück Fell abrasieren zu lassen oder es mit Silberspray zu verfärben und damit „unbrauchbar“ zu machen – denn aufs Fell könnten es mögliche Fänger abgesehen haben. Außerdem sollten Freigängertiere in der Nacht ins Haus geholt und mit einem Chip gekennzeichnet werden. Betroffene könnten sich unter der Telefonnummer 09090/3185 zudem bei der Samtpfoten Katzenhilfe Ries melden.

„Katzenbesitzer sollten im Moment vorsichtig sein“

Das Problem ist auch im Tierheim Hamlar bekannt: Rund zehn Vermisstenmeldungen aus dem südlichen Kreis sind beim Tierschutzverein Donauwörth und Umgebung in den vergangenen Tagen eingegangen, bestätigt Tierheimleiterin Sonja Hoffmeister. „Kurios“ ist für sie, dass es sich dabei ausschließlich um mehrfarbige Tiere gehandelt habe – schwarze Katzen seien nicht dabei gewesen. „Katzenbesitzer sollten im Moment vorsichtig sein“, sagt auch sie. Andererseits seien viele Tiere gerade auf „Brautschau“. Und auch die Mäuse seien im Moment sehr aktiv auf den Feldern: „Und so ein Mäusefänger läuft auch mal kilometerweit.“

Die Oberndorfer Tierärztin Angela Hefti kann sich die Vorfälle ebenfalls nicht so recht erklären. „Aber es sind im Moment auffällig viele, wie ich bei meinen Patienten mitbekomme“, bestätigt sie. Sie hat sich deshalb bereits mit der Polizei in Rain in Verbindung gesetzt, um auf das Problem hinzuweisen.

Polizei: Verschwinden muss nicht auf Katzenfänger hindeuten

Auch Rosina M. hat dort bereits angerufen und Purmis Verschwinden gemeldet. Laut Engelbert Seider, Leiter der Rainer Inspektion, gibt es aber bislang keinen Hinweis auf Tierdiebstahl und somit auch keinen Anhaltspunkt für Ermittlungen. „Das ist spekulativ“, sagt er. Das Verschwinden einer Katze deute nicht zwangsläufig auf einen Fänger hin, „1000 mögliche Gründe“ seien dafür denkbar.

Rosina M. jedenfalls ist verunsichert. Wenn sie ihren Hof betritt, dann schaut sie sich immer noch nach Purmi um. „Das geht einem so nahe“, sagt sie. Mit ihrer zweiten Katze war sie bereits beim Tierarzt: Moppel hat nun kahle Stellen im Fell.

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Ein Artikel von
Ulrike Eicher

Donauwörther Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten


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