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30. September 2008 20:20 Uhr

Tropfen auf den heißen Stein

Kaisheim (katg) - Süß, cremig, goldfarben und gesammelt von fleißigen, nordschwäbischen Bienen - ein Honig wie jeder andere. Würde man meinen. Doch er darf weder verkauft, noch verschenkt werden. Er ist Abfall, ein Lebensmittel, das aufgrund von Verunreinigungen durch genveränderte Maispollen der Sorte Mon 810 nicht verkehrs- und verbrauchsfähig ist.

Tropfen auf den heißen Stein
Foto: ALFA

Mit einem Scheck in Höhe von 1200 Euro unterstützt nun der Bund Naturschutz, Kreisverband Donau-Ries, den Kaisheimer Imker Karl-Heinz Bablok in seinem Kampf gegen den Anbau von gentechnisch verändertem Mais. Bereits vor einiger Zeit wurden in dem von Kaisheimer Bienen gesammelten Honig rund vier Prozent gentechnisch veränderte Pollen von einem nahe gelegenen staatlichen Versuchsgut gefunden. Die Kosten für Laboruntersuchungen, die klären, ob gentechnisch verändertes Material im Honig enthalten ist, fallen auf den Imker selbst zurück.

Ein Zeichen setzen

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"Dafür wollen wir nun aufkommen und ein Zeichen für gentechnikfreie Landwirtschaft setzen. Denn durch den Anbau genveränderter Maissorten wird den Imkern ihre Existenzgrundlage entzogen, da solche verunreinigten Produkte nicht auf den Markt gebracht werden dürfen", erläuterte Rudolf Schubert, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz Donau-Ries.

Zusätzlich gilt laut Gesetz, dass es der Imker ist, der seiner Vorsorgepflicht nachzukommen hat, indem er sich informieren muss, wo gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. "Wir Imker sind völlig auf uns alleine gestellt und können vom Freistaat, der seine Fürsorgepflicht in Sachen Meldepflicht nicht erfüllt, keine Hilfe erwarten", erklärte Bablok und Schubert fügte erbost hinzu: "Es ist höchste Zeit der scheinheiligen bayerischen Gen-Politik Einhalt zu gebieten." Die Lobby der weltweit agierenden Agrarunternehmen zähle mehr als eine natürliche, bodenständige und verträgliche Landwirtschaft. In nahezu schizophrener Art trete Bayern als "staatlicher Genforscher" auf, der der Gentechnik in der Landwirtschaft den Weg bereitet, und zugleich als "Schützer vor Gentechnik in Nahrungsmitteln". "Diese widersprüchliche Haltung macht zornig", äußerte sich Schubert und mahnte, die Bevölkerung nicht für dumm zu verkaufen.

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