Diagnose Krebs - und was nun? Nach dem ersten Schock ist die Welt von heute auf morgen auf den Kopf gestellt. Wie soll es weitergehen? Was wird auf mich zukommen?
Im Rahmen der Reihe Herbstzeitlese stellte die Autorin und Sozialpädagogin Andrea Länger im Buchhaus Greno in ihrem Buch "Das Lebenslust-Prinzip" Strategien zum Umgang mit dem Krebs vor. Sie selbst hat diese Erfahrung sammeln müssen, als sie vor zehn Jahren mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert worden ist. Heute ist sie geheilt.
Die Krankheit annehmen
"Lebenslust" und "Krebs" klingt zunächst sehr gegensätzlich. Wie soll man nach solch einer Diagnose die Lust am Leben beibehalten? "Wichtig ist, die Krankheit anzunehmen und sich dazu entscheiden, selbst Verantwortung für sein Leben zu übernehmen", sagt die Autorin, "denn Selbstverantwortung ist der Beginn der Selbstheilung".
In ihrem Buch beschreibt die Sozialpädagogin ihre eigenen Erfahrungen und ihren Umgang mit der Diagnose. Nach der Ohnmacht und dem Gefühlschaos entschied sie sich bewusst für eine positive Lebens-einstellung. Nach dem Motto "Geduld und Humor sind zwei Kamele, mit denen man durch jede Wüste kommt" versuchte sie der Krankheit mit einem Lächeln zu begegnen. "Den Krebs als Chance sehen, sein Leben zu ändern. Sich Zeit für sich selbst zu nehmen und auch einmal Nein zu sagen", sei ein Schlüssel zur Selbstheilung.
Für einen besseren Umgang mit dem Krebs hat die Autorin Strategien und viele kleine Übungen entwickelt, die anderen krebskranken Menschen in ihrem Alltag dabei helfen sollen, ihre Lebenslust wiederzufinden. Die Frage "Was geht noch - was kann ich noch machen?" sollte dabei jeden Tag gestellt werden. Optimismus, Zuversicht und der Blick nach vorne steigern Lebensgefühl und Lebensqualität. Trotz des ernsten Themas herrschte bei der Lesung eine angenehm lockere Stimmung, da die Autorin nicht nur sehr offen mit diesem Thema umgeht, sondern selbst Lebenslust ausstrahlt.
Andrea Länger ließ im Anschluss jeden Zuhörer einen Buchstaben des Wortes "Lebenslust" ziehen und forderte ihn auf, anhand des gezogenen Buchstabens ein Wort zu bilden, welches dieser mit Lebenslust verbindet. Beispielsweise "E" für "Essen" oder "L" für Liebe.
In einer zweiten Übung durfte sich jeder einen kleinen Stein nehmen, sollte die Augen schließen und sich eine positive Affirmation vorsagen. Unter anderem "Ich nehme mich so an, wie ich bin" oder "Ich bin liebenswert".
Gedanklich sollte nun jeder diese Affirmation in den Stein einschließen und durfte ihn anschließend mit nach Hause nehmen. Jedes Mal, wenn man diesen Stein zur Hand nimmt, soll dabei an den positiven Satz gedacht werden.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: