Beim Bezirksentscheid in Fünfstetten wurden die besten Schulweghelfer Schwabens gekürt. Aktuelle Zahlen unterstreichen, wie notwendig die Helfer sind

Fünfstetten „Es bleibt keine Zeit, sich zurückzulehnen“, war der Tenor beim Bezirksentscheid der besten Schülerlotsen in Schwaben. Denn die Unfallstatistik zeige klar, dass nach einer langen positiven Entwicklung bei den Schulwegunfällen im Jahre 2011 ein Rückschlag hingenommen werden musste. Seit Einführung der Schulwegdienste im Jahre 1953 ist kein einziges Schulkind getötet oder schwer verletzt worden. Dagegen sind alleine im Jahr 2011 646 Schulwegunfälle mit 719 verletzten Kindern registriert worden. Bedauerlicherweise waren drei getötete Schulkinder zu beklagen.
Diese wenig erfreuliche Nachricht kommt zu einer Zeit, in der sich die bayerischen Schülerlotsen an einem bundesweiten Wettbewerb der Deutschen Verkehrswacht (DVW) und des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA) beteiligen, um ihr Wissen und Können unter Beweis zu stellen. Nach wie vor sind sie täglich im Einsatz und schützen ihre jüngeren Schulkameraden an gefährlichen Straßenübergängen und beim Schulbusbetrieb vor Verkehrsgefahren.
Beim diesjährigen Bezirksentscheid in Fünfstetten haben sie jetzt ihren schwäbischen Sieger gekürt. Bezirkssieger wurden Michael Schneider, Mathias Gasteiger und Martin Augustin aus Kühbach bei Aichach. Ihre Fachkompetenz und ihr Wissen mussten aber alle jungen Verkehrshelfer am Wochenende nachweisen. Im theoretischen Teil waren 32 Fragen über die alltägliche Aufgabenbewältigung aufgrund eines fundierten Grundwissens zu beantworten.
In Sekunden entscheiden, ob man das Auto stoppt oder den Schüler
Im Praxisteil galt es zunächst das eigene Reaktionsvermögen zu testen. Danach folgten Geschwindigkeitsschätzungen bei heranfahrenden Fahrzeugen. Damit verbunden war die Frage nach dem Anhalteweg eines Fahrzeuges. Bei ihrem täglichen Einsatz werden Schülerlotsen und Schulweghelfer gerade bei diesen Verkehrsabläufen immer wieder besonders gefordert. Letztendlich müssen sie in Sekundenbruchteilen entscheiden, ob es ratsam ist, ein sich zu schnell näherndes Fahrzeug noch anzuhalten, ohne querende Kinder zu gefährden. Natürlich muss auch die Entfernung eines Fahrzeuges richtig taxiert werden, um keine Fehlentscheidungen zu treffen. Insgesamt also keine leichten Aufgaben, denen sich die jungen Verkehrshelfer stellen mussten.
Deshalb tritt die Verkehrswacht mit Nachdruck für einen weiteren Ausbau der Schulwegdienste ein: An jeden gefährlichen Übergang und in jeden Schulbus gehöre eigentlich ein Lotse. Mit Blick auf dieses Ziel sollten die Schulen, Elternbeiräte und Kommunen noch aktiver werden. Ebenso wichtig ist, dass die Väter und Mütter ihre Kinder zu einer Tätigkeit als Schülerlotse ermuntern. Wo die Gewinnung von Lotsen wegen des erforderlichen Mindestalters von zwölf bis 13 Jahren nicht möglich ist – dieses Problem gibt es vor allem an reinen Grundschulen -, bietet sich die Möglichkeit an, erwachsene Schulweghelfer einzusetzen.
Eine Wertschätzung war für die Schülerlotsen die Anwesenheit vieler Ehrengäste. Neben Georg Schmid von der CSU-Landtagsfraktion war es der schwäbische Regierungspräsident, Karl Michael Scheufele, der Leiter der Polizeiinspektion Donauwörth, Thomas Scheuerer, der Vertreter des Innenministeriums, Hubert Schröder und der stellvertretende Landrat Franz Oppel. Sie lobten das Engagement der Schülerlotsen. Günter Schön
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