Freitag, 23. Februar 2018

09. Februar 2018 11:08 Uhr

Rain

Weiberfasching: Schlägereien in Rain bereiten der Polizei Sorgen

In der Lechstadt kommt es zu mindestens acht tätlichen Angriffen. Gesetzeshüter ziehen Bilanz. „Wildpinkler-Problem gut in den Griff bekommen“.

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Beim Weiberfasching in Rain gab es in der Nacht auf Freitag einige Schlägereien.
Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

Rund 2500 Besucher haben nach Schätzungen der Polizei am Donnerstag bis in die späte Nacht hinein den Weiberfasching in Rain gefeiert. Die meisten Besucher taten dies friedlich, jedoch hatte die Polizei in der Partyzone und deren Umfeld im Stadtzentrum dann doch einige Arbeit. Was den Beamten laut Hartmut Vogt, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Rain, besonders zu denken gibt, sind die „körperlichen Übergriffe“. Von denen gab es heuer einige.

„Das Sicherheitskonzept ging so weit auf“, resümiert der Hauptkommissar. Das beste Konzept nutze allerdings nichts, „wenn sich so manche nicht an die Regeln halten“.

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Um kurz nach 22 Uhr sei es losgegangen. Ein 17-Jähriger mit knapp einem Promille im Blut stieß – so schildert Vogt – einen Gleichaltrigen so heftig, dass dieser zwei bis drei Meter über das Pflaster schlitterte und sich „nicht ganz unerheblich im Gesicht verletzte“. Das Opfer musste ins Krankenhaus gebracht werden. Erst habe es den Anschein gehabt, dass sich der Täter erst noch um sein Opfer kümmern wollte., „er ergriff dann aber die Flucht“. Den Gesetzeshütern gelang es aber, ihn festzunehmen.

Um 23 Uhr holte ein 23-Jähriger unmittelbar vor der Polizeidienststelle in der Hauptstraße zum Faustschlag auf einen daneben stehenden 18-Jährigen aus. Dieser wich aus und wehrte sich mit einem Gegenschlag, der auf der Lippe des Streitsuchenden landete. „Der Alkoholkonsum dürfte hier mit eine Rolle gespielt haben“, merkt Vogt an.

Nach Mitternacht, um etwa 0.20 Uhr, gab es offensichtlich einen Streit um ein Mädchen. Ein 21-Jähriger musste dabei zwei Faustschläge einstecken, die zu starken Prellungen im Gesicht führten. Den Täter traf die Polizei nicht mehr an, jedoch: „Seine Ermittlung ist nur eine Frage der Zeit.“

Zwei Minuten später bekam ein 17-Jähriger von einem Gleichaltrigen einen Schlag auf den Mund. Die Verletzungen mussten in der Klinik versorgt werden. Der Täter – er hatte zwei Promille Alkohol intus – belehrte die Beamten über seine Rechte. Kommentar der Polizei: „Mit den Rechten seines Opfers nahm er es aber wohl nicht so genau.“

Gegen 0.45 Uhr eskalierte ein Streit in einem Lokal in der Hauptstraße. Ein 40-Jähriger, der über 2,5 Promille Alkohol im Blut hatte, schlug einer 19-Jährigen so fest gegen die Brust, dass sie mit zwei weiteren Personen gegen einen Zigarettenautomaten stieß beziehungsweise stürzte. Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung wurde der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes bedroht. Die genauen Umstände waren der Polizei in diesem Fall gestern noch nicht bekannt.

Lange nach dem Zapfenstreich in der Partyzone unter freiem Himmel – dort wurde um 2 Uhr der Ausschank beendet – ereignete sich vor einem Vereinsgebäude inder Hauptstraße um 5 Uhr noch ein Zwischenfall, der die Polizei beschäftigt. Ein 17-Jähriger wollte das Gebäude betreten. Dies wurde dem Jugendlichen, der völlig betrunken war (um die zwei Promille), aber verweigert.

Der Geschädigte klagte über Schmerzen im Gesicht und einem abgebrochenem Schneidezahn. Verantwortlich dafür könnte ein 60-Jähriger sein. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass wohl auch der 17-Jährige etwas zu der Auseinandersetzung beigetragen hatte. Der 60-Jährige wurde nämlich in den Finger gebissen.

Im Laufe der Nacht wurde auch eine gefährliche Körperverletzung angezeigt, bei der vermutet wird, dass K.O.-Tropfen verabreicht worden sein könnten. Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man sein Getränk grundsätzlich im Auge behalten sollte.

Die Polizei berichtet zudem von „kleinen Rangeleien“. Es seien einige Platzverweise erteilt worden. Der Sanitätsdienst meldete laut Vogt „moderate Einsatzzahlen“.

Wie üblich, so der Hauptkommissar weiter, blieben auch einige Gegenstände liegen, die bei der Polizei abgegeben wurden. Wenn sie dort nicht abgeholt werden, landen sie im Fundamt der Stadt Rain.

Die „Wildpinkler“ habe man gut in den Griff bekommen, berichtet Vogt. Toiletten seien ausreichend vorhanden gewesen, „die Seitenstraßen und Gassen hat man so gesichert, dass die Anwohner von so manch böser Überraschung verschont bleiben dürften“. (dz)

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Schlagworte

Rain | Polizei | Weiberfastnacht

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