Tapfheim (rebe) - Gerade erst hat die Tapfheimer Firma Schnepf Installationstechnik den Großauftrag für die deutsche Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul abgeschlossen, warten schon die nächsten Top-Projekte: Für die Firma Daimler in Sindelfingen wird ein dreigeschossiges Bürogebäude mit 6000 Quadratmetern geplant, an der Ausschreibung zur Installation der Notheizung in der deutschen Botschaft in Moskau hat sich das Tapfheimer Unternehmen jetzt ebenfalls beteiligt.



Derweil wartet das Team um Geschäftsführer Ludwig Schnepf noch auf das Ende der politischen Wirren in Georgien, um hier in der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Tiflis tätig werden zu können, wo die neue Visa-Stelle von der Tapfheimer Firma mit der Haustechnik versehen wird. "Im Moment ist es ganz schön aufregend, der pure Wahnsinn", beschreibt Ludwig Schnepf, der in Tapfheim im Schützenverein zweiter Schützenmeister ist, seine Arbeit.
Die Referenzliste des Unternehmens an der Ulmer Straße, das inzwischen 35 Mitarbeiter hat, ist lang: Ein BSE-Labor in den Niederlanden zählt ebenso dazu wie ein Kinderspital in Zürich, OP-Gebäude in den verschiedensten Städten Deutschlands oder die Montessori-Schule in Stuttgart. Aber auch lokale Projekte wie die Ratsbrauerei in Rain und Kleinaufträge werden von Schnepf Installationstechnik übernommen.
Die Kontakte zur deutschen Bundesregierung kamen über die beiden Großkunden der Firma Schnepf zustande: Für die Unternehmen ADK Modulraum und Grinbold Modulraum, die in der innovativen Modulbauweise Gebäude errichten, stattet Schnepf die Module mit der kompletten Haustechnik wie Heizung, Elektro oder Sanitär aus. Im Frühjahr vergangenen Jahres wurde mit der Errichtung des neuen deutschen Generalkonsulates in Izmir (Türkei) der erste große Auftrag der Bundesregierung erfolgreich umgesetzt.
Das war bereits ein Abenteuer, nicht zu vergleichen aber mit dem Auftrag in Kabul. Hier war man an der Errichtung des Wohngebäudes für die Botschaftsmitarbeiter beteiligt. Acht Wochen lang waren vier Monteure in der Hauptstadt vor Ort, Ludwig Schnepf flog ebenfalls für zehn Tage nach Afghanistan.
Auch wenn die fünf Tapfheimer abgeschottet auf dem riesigen Botschaftsgelände gearbeitet und gewohnt haben, "hatten wir manchmal schon ein mulmiges Gefühl", so Schnepf. In der Krisenregion lebt man trotz aller Sicherheitsvorkehrungen gefährlich. Einen Tag, nachdem Ludwig Schnepf abgereist war, gab es in Kabul vor der indischen Botschaft eine Bombenexplosion, bei dem sich ein Selbstmordattentäter sich in die Luft sprengte und 40 Menschen mit in den Tod riss.
"Drei Bodyguards haben uns bei unserer Ankunft vom Flughafen in Kabul abgeholt. Mit dem gepanzerten Geländewagen ging es dann in halsbrecherischem Tempo durch die Stadt bis zum Botschaftsgelände, die MP hatten sie immer griffbereit zur Hand", erinnert sich Schnepf. Extra für die schwäbischen Gäste wurden am letzten Tag Weißwürste nach Kabul eingeflogen.
Und auch eine Einladung beim deutschen Botschafter Dietrich Schönfelder zum Büfett-Dinner mit edlem Wein gab es für Ludwig Schnepf.
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