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24. Januar 2012 12:12 Uhr

Infrastruktur

Wemding braucht dringend einen Hausarzt

Schon wieder hat eine Praxis geschlossen. Bürgermeister hofft auf Lösung

Wemding In Wemding geht die Sorge um, dass es in der Stadt bald nicht mehr genügend Hausärzte gibt, um vor Ort eine ausreichende medizinische Grundversorgung sicherzustellen. Bereits im vorigen Jahr verlor die Kommune eine Praxis. Damals hörte Dr. Herbert Horinek aus Altersgründen auf und fand trotz intensiver Suche keinen Nachfolger (wir berichteten). Von den verbliebenen fünf Hausärzten in Wemding machte nun auch Dr. Götz Josef Weckler Schluss. Hinter den Kulissen laufen deshalb seit Monaten vielfältige Bemühungen, um einen neuen Arzt in der Stadt anzusiedeln. Das sagte Bürgermeister Dr. Martin Drexler bei einer Zusammenkunft des örtlichen Gewerbeverbands.

Bei der Veranstaltung äußerten Geschäftsleute ihre Befürchtung, dass die Zahl der Mediziner in Wemding weiter abnimmt und damit die Kommune an Attraktivität verliert. Drexler erklärte, die Hausarzt-Ansiedlung sei „ein ganz zentrales Thema“. Das Problem sei, dass die derzeit noch praktizierenden Mediziner in der Stadt etwa gleich alt sind und die meisten in den kommenden Jahren auf das Rentenalter zusteuern. Dem Vernehmen nach will noch heuer ein weiterer Hausarzt aus Altersgründen aufhören.

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Vor diesem Hintergrund habe die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Donauwörther AOK-Direktor Johannes Hiller alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen Allgemeinmediziner zu finden, der anstelle von Weckler nach Wemding kommt. Man sei unter anderem mit dem bayerischen Gesundheitsministerium und mit dem Landkreis in Kontakt getreten.

Ein möglicher Nachfolger habe im Dezember 2011 wohl kurzfristig abgesagt, schilderte der Bürgermeister. Deshalb seien Kommune und AOK in den vergangenen Wochen „hier ganz aktiv geworden“ – offenbar mit Erfolg, wie Drexler gegenüber den Gewerbetreibenden andeutete: „Sie können davon ausgehen, dass wir eine ganz unkonventionelle Lösung anstreben.“ Die Stadt sei bei dieser „massiv dabei“ und der Stadtrat unternehme alles, was möglich sei. In welcher Form sich die Kommune einbringt, wollte der Rathaus-Chef noch nicht verraten, da eine Unterschrift des Arztes noch fehle.

Eines stellte Drexler mit Blick auf die Zukunft schon jetzt klar: „Auch wenn wir einen Erfolg mit eigenen Mitteln erreichen, ist es nur ein erster Schritt.“ Eine „nachhaltige Lösung“ sei nur möglich, wenn ein Ort wie Wemding auf die Unterstützung der bayerischen Staatsregierung zählen könne. „Es müssen von ihr weitere Programme kommen“, forderte Martin Drexler.

Viele nähern sich dem Ruhestand

Der drohende Ärztemangel auf dem flachen Land rückt im Donau-Ries-Kreis immer mehr in den Blickpunkt. Bislang sei die Gesamtversorgung noch gut, äußerte AOK-Chef Hiller im vorigen Jahr. Über Wemding hinaus sei jedoch abzusehen, dass viele der Allgemeinmediziner in den Ruhestand treten. Dies schreckt auch auf Kreisebene inzwischen immer mehr Politiker auf.

Speziell im Raum Wemding tut sich Hiller zufolge langsam ein Problem auf, da die dortigen Ärzte nicht nur die Menschen in der Stadt, sondern auch in einem relativ großen Umfeld betreuen. Dieses reicht auf die Monheimer Alb, das Ries und das angrenzende Mittelfranken.

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