Dienstag, 25. April 2017

19. Januar 2017 07:15 Uhr

Donauwörth

Wenn ein Hund wildert

Mancher Besitzer lässt seinen Vierbeiner in der Flur und im Wald frei laufen. Das kann tödliche Folgen haben.

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Hunde sollen im Wald unbedingt an die Leine genommen werden. Darauf verweist die Jäger-Kreisgruppe Donauwörth. Sie appelliert an die Besitzer der Tiere, sich daran zu halten.
Foto: Widemann

Diese Szene dürften schon viele Spaziergänger erlebt haben: Plötzlich taucht in der Landschaft ein Hund auf, der mit großer Geschwindigkeit über den Acker oder die Wiese rennt. Das einige hundert Meter entfernt stehende Herrchen (oder Frauchen) wird nicht müde, (vergeblich) den Namen des Tiers zu rufen. Oder versichert: „Der Hund tut nichts.“ Was bei einem Zusammentreffen mit einem Menschen meist auch stimmt. Nicht jedoch, wenn der Hund auf ein Reh oder einen Hasen trifft. Dann spielen sich Tierdramen ab. Die können auch für den Halter des Hunds ein böses Nachspiel haben. Deshalb appellieren Robert Oberfrank, Vorsitzender der Jäger-Kreisgruppe Donauwörth, und sein Vorstandskollege Albert Rainer an die Hundebesitzer, ihre Lieblinge doch anzuleinen.

Ein aktueller Fall, über den wir kürzlich berichteten, brachte die Initiative der Jäger ins Rollen. Im Jagdrevier Unterpeiching bei Rain entdeckten Spaziergänger ein totes Reh. Der Revierpächter stellte fest, dass es von einem oder mehreren Hunden gebissen worden war. „Immer wieder kommt es in der Region zu Angriffen mit tödlichen Folgen“, weiß Albert Reiner.

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Wenn ein Hase aufspringt, ist das Tier nicht mehr zu halten

Viele Jäger im Raum Donauwörth beschwerten sich bei ihren Hegeringleitern immer wieder über frei laufende beziehungsweise streunende Hunde. „Das Thema hat durchaus eine größere Tragweite, als es auf den ersten Blick vermuten lässt“, erklärt Oberfrank. In Revieren mit entsprechendem „Freizeitdruck“ – für diesen sorgen nicht nur Menschen, die sich in der Flur und vor allem im Wald aufhalten, sondern auch die Hunde – stelle man fest, dass die Rehe sich sehr nervös verhalten. Eine Folge davon: Durch diese Stresssituationen steige auch der Verbiss an kleinen Bäumen.

Die Verantwortlichen des Jagdverbands appellieren „eindringlich“ an die Hundehalter, in freier Wildbahn auf ihre Tiere zu achten. „Hier ist jeder Einzelne gefragt, Verantwortung zu zeigen“, so Oberfrank. Insbesondere in Waldgebieten sollten die Hunde an die Leine genommen werden. Ebenso sollten Hund und Besitzer die Wege nicht verlassen. Oberfrank dazu: „Gerade auch jetzt, da die Vogelgrippe in Bayern grassiert, könnten Hunde als Überträger dieses Virus in Frage kommen.“

Oberfrank betont, man wolle nicht grundsätzlich „den Zeigefinger heben“. Den Jägern sei bewusst, dass Hunde ihren Auslauf brauchen und sich ein Großteil der Halter korrekt verhält. Zudem hätten die Jäger ohnehin Verständnis für die Hunde – „denn wir haben ja schließlich selbst welche“. Viele Waidmänner stießen aber regelmäßig auf großes Unverständnis, wenn sie Hundehalter auffordern, ihre Vierbeiner doch bitte anzuleinen. Mancher werde sogar richtig pampig. „Mein Hund folgt“, sei eine Antwort, die man oft höre. Allerdings hegen die Jäger da gewisse Zweifel.

Hundebesitzer sensibilisieren

„Wenn ein Tier über die Wiese läuft und schnüffelt, sucht es bereits Wild“, weiß Oberfrank. Wenn dann fünf Meter vor dem Hund ein Hase aufspringe, sei er „nicht mehr zu halten“. Da werde unweigerlich der Jagdinstinkt geweckt.

Der Kreisvorsitzende verdeutlicht die möglichen Folgen: „Wer dabei erwischt wird, wie sein Hund wildert, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.“ Das Gesetz sehe Geldbußen von bis zu 5000 Euro vor. Außerdem seien Jäger befugt, Hunde, die erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden, zu erschießen.“

Soweit wollen es Oberfrank und Reiner aber nicht kommen lassen. Sie halten die Jägerkollegen an, auf einen Abschuss eines wildernden Hunds zu verzichten, trotz aller Ärgernisse den Besitzer ausfindig zu machen und Anzeige zu erstatten.

„Auch zeigt die Erfahrung, dass so mancher Hundehalter durch Gespräche sensibilisiert werden kann“, so die Funktionäre.

Robert Oberfrank möchte außerdem die Bürgermeister der Städte und Gemeinden in der Region kontaktieren. Die Kommunalpolitik sei gefordert, im Hinblick auf die frei laufenden Hunde sensibler zu reagieren und zum Anleinen – zumindest in Waldgebieten – aufzufordern.

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Ein Artikel von
Wolfgang Widemann

Donauwörther Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten Donauwörth



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