Donnerstag, 20. Juni 2013

07. Februar 2012 12:05 Uhr

Erneuerbare Energien

Windrad-Bau in Tapfheim ungewiss

Gemeinderat will Thema weiter verfolgen. Mögliche Fläche im Norden

Tapfheim Sie haben eine ganz unterschiedliche Wirkung auf die Menschen. Die einen sehen in ihnen Schatten werfende Monster – die anderen erkennen darin schlanke, saubere Energieerzeuger. Windräder sind dieser Tage ein wichtiges Thema auf der Agenda der Räte in der Region. Bis zum 1. Mai sollen die Kommunen dem zuständigen Regionalen Planungsverband Augsburg (RPV) mögliche neue Standorte für Windräder mitteilen – zunächst ganz unverbindlich (wir berichteten). So ist jetzt auch die Gemeinde Tapfheim gefragt. Die Räte haben entschieden, das Thema „Windenergie“ weiter zu verfolgen.

Es sind zwei Hauptprobleme, welche die Tapfheimer Gemeinderäte in der ansonsten recht positiv bewerteten Windkraft sehen: die Abstände zu den Siedlungen und der Schattenwurf der riesigen Rotorenblätter. Mit Blick auf den (nicht mehr ganz aktuellen) bayerischen Windatlas stellte Bürgermeister Karl Malz fest: „Wir sind nicht das absolut beste Windgebiet.“ Auf einer Windkarte, die Malz den Räten und Zuhörern im Tapfheimer Rathaus präsentierte, kristallisierten sich vor allem Gebiete im Fränkischen als wesentlich geeigneter heraus. Doch klar scheint, dass die Windkarten teils veraltet sind – die Messungen werden von Experten bisweilen als zu ungenau moniert.

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Genau jene fehlenden aktuellen Windmessungen stellen ein weiteres Hauptproblem in der Windfrage dar. Eine zusätzliche Schwierigkeit: Neue Messungen mögen zwar detaillierter sein, verschlingen aber oft Zehntausende Euros und beanspruchen zudem mehrere Monate.

Ein Gebiet, das im aktuellen, für die Errichtung von Windkraftanlagen rechtlich essenziellen „Regionalplan“ des RPV nicht als Ausschlussfläche gekennzeichnet ist, liegt im Norden Tapfheims in Richtung Donauwörth – in der Nähe des Abtsholzerhofs Richtung Reichertsweiler-Hof). Auf diesen sogenannten „weißen Flächen“ dürfte bereits jetzt gebaut werden, wenn es gewollt wäre.

„Hier wäre eine Anlage theoretisch möglich“, erklärte Malz. Der Abstand zur nächsten Bebauung beträgt von diesem Standort etwa 850 Meter – was „akzeptabel“ wäre. Weitere Siedlungsgebiete lägen über einen Kilometer von dieser Stelle entfernt.

„Das Interesse der Investoren wäre wohl da“, gab Malz einen Einblick in die Nachfrage nach Windradstandorten. Zweiter Bürgermeister Franz Eberle (CSU) wies daraufhin, dass im Falle eines Baus aber auch die Bürger etwas von der Anlage haben sollten.

UBG-Gemeinderat Josef Hiltner meinte: „Wir müssen uns wegen des Atomausstiegs weiter mit der Sache befassen. Zunächst sind aber exakte Windmessungen wichtig.“ Bürgermeister Malz folgerte aus den Reaktionen der Räte, dass die Gemeinde das Thema weiterhin offen verfolgen solle: „Wenn wir uns beteiligen wollen an der Windkraft, dann müssen wir so schnell wie möglich vorangehen.“

Denn eines scheint offenkundig: Interessenten aus nah und fern gibt es dieser Tage wohl mehr als genug – die Windenergie und deren finanzielle Erlöse könnten bald schon zu einem Wettlauf unter den Kommunen führen.

In Tapfheim geht der Weg in Richtung Windkraft nun weiter. Mit offenem Ende. Zunächst sucht die Gemeinde – wie es PWG-Ratsmitglied Werner Freißler gefordert hatte – das Gespräch mit den Anliegern an dem möglichen Standort im Norden der Gemeinde.

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