Sonntag, 28. August 2016

12. Mai 2014 10:35 Uhr

Donauwörth

„Wir wollen keine Tierfabriken“

Über 300 Personen nehmen an einer Kundgebung gegen Massentierhaltung teil. Redner kritisieren System der Firma Straathof und Anlage auf dem Reichertsweiler Hof. Von Thomas Unflath

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Gegner der Massentierhaltung zogen am Samstag durch Donauwörth.
Foto: Thomas Unflath

Von Thomas Unflath

Donauwörth Sie hatten Transparente und Plakate dabei mit Aufschriften wie „Straathof – Schweine leben im Knast“, „Wir sind zu süß zum Essen“ oder schlicht „Gegen Massentierhaltung“. Über 300 Personen nahmen am Samstag in Donauwörth an der zweiten Demonstration dieser Art gegen Tierfabriken statt. Die Organisatoren wenden sich gegen Firmen wie Straathof oder Wiesenhof und gegen Großanlagen wie auf dem Reichertsweiler Hof.

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Heidi Terpoorten und Ursula Kneißl-Eder, Sprecherinnen des Aktionsbündnisses „Stoppt den Saustall“, begrüßten die Teilnehmer am Festplatz an der Obermayerstraße. Terpoorten stellte die Mitglieder des Bündnisses kurz vor und machte klar: „So kann es nicht weitergehen. Wir wollen keine Tierfabriken.“ In denen gebe es „Ställe jenseits jeglicher Würde“. Kneißl-Eder appellierte: „Wir alle sind gefragt.“ Die beiden Sprecherinnen betonten, dass die zahlreichen Mitgliedsgruppierungen zwar unterschiedliche Sichtweisen haben, die Ablehnung der Massentierhaltung sei aber ein klares gemeinsames Bekenntnis.

Auf dem Festplatz wie auch bei der Abschlusskundgebung neben der Freilichtbühne am Mangoldfelsen wandten sich insgesamt ein knappes Dutzend Redner verschiedener Vereine, Organisationen und Gruppierungen an die Teilnehmer. Während des Zuges über die Wörnitzbrücke, Kapellstraße und Reichstraße in die Promenade kam es kurzzeitig zu leichten Verkehrsbehinderungen.

Den Marsch nutzte Kneißl-Eder, um die Teilnehmer zu zählen. „Es sind etwa 330 Personen“, berichtete sie zufrieden. An der Freilichtbühne stieg diese Zahl noch etwas, dort gab es auch mehrere Info-Stände. Musikgruppen und Solo-Interpreten traten während der über dreistündigen Veranstaltung auf. Angereist waren auch die Landtagsabgeordnete Christine Kamm sowie Grünen-Landesvorsitzende Sigi Hagl.

Aus seinem Alltag berichtete Dr. Hubert Schuster aus Oppertshofen, der nahe dem Reichertsweiler Hof wohnt. Der Betreiber Straathof habe die Böden in seiner Heimat Niederlande „bereits versaut“, deswegen konzentriere sich die Firma in jüngster Zeit vermehrt auf Deutschland. Schuster rief verärgert: „Ein Einzelner profitiert auf Kosten der Allgemeinheit.“

Mit Medikamenten am Leben gehalten

Der Kaisheimer Imker Karl Heinz Bablok meinte augenzwinkernd, er dürfe Massentierhaltung praktizieren. Denn seine Bienen hätten schließlich Dutzende Quadratkilometer an Freiraum. Schweine und Rinder würden dagegen in Ställen eingepfercht sowie mit Medikamenten am Leben gehalten.

Andreas Brucker vom Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes bezeichnete die Betreiber von Massentierhaltung kurz und knapp als „Verbrecher“. Für ihn stelle sich die Frage, ob der Mensch nicht eine ethische und moralische Verantwortung habe. „Wir demonstrieren gegen ein System, das uns von Kindesbeinen eingetrichtert wird“, kritisierte Denise Slapansky von der Tierrechtsinitiative Augsburg. Straathof sei ein Profiteur dieses Systems der Tierausbeutung.

Karl Bär, agrarpolitischer Referent am Umweltinstitut München, monierte, dass Deutschland einerseits Futtermittel wie Soja aus armen Ländern importiere – und die Erzeugnisse aus Massentierhaltung aufgrund des bei uns rückläufigen Verzehrs andererseits wieder ausgeführt würden. Eine weitere Perspektive beleuchtete Marion Ruppaner vom Bund Naturschutz: „Massentierhaltung ruiniert unsere regionale Landwirtschaft.“

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