Freitag, 24. Mai 2013

03. Juni 2011 00:09 Uhr

Landwirtschaft

Zuversicht trotz Trockenheit

Kräutererzeuger zeigen sich beim Feldtag der ESG in Hamlar optimistisch

Den ersten De-pietri-Vollernter konnten die Anbauer der Erzeugergemeinschaft Donautalkräuter im Trocknungswerk der ESG besichtigen.
Foto: privat

Bäumenheim-Hamlar Das trockenste Frühjahr seit dem Jahr 1893 stresst die Pflanzen, doch die Küchenkräuter auf den schwäbischen Feldern sind tapfer. „Vor ein paar Jahren war das Wetter ähnlich, und wir haben trotzdem noch eine gute Ernte eingefahren“, sagte Erhard Schiele auf dem jährlichen Feldtag der ESG Kräuter GmbH in Hamlar. Nicht nur der Geschäftsführer des Trocknungswerks, auch die anwesenden Anbauer sind mit der Entwicklung ihrer Bestände zufrieden.

Vor der Felderrundfahrt informierte Schiele die Landwirte über die jüngsten Neuerungen im Unternehmen. Drei leistungsstarke De-pietri-Vollernter wurden gekauft: Wegen des breiten Mähwerks und der optimierten Aufnahmetechnik fallen die Ernteverluste um zehn Prozent geringer aus.

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Europas größter Bandtrockner

Außerdem werden die Bordwände der ESG-eigenen Transportanhänger auf vier Meter erhöht, um die Kapazität zu steigern. Das Herzstück des Betriebs, Europas größter Bandtrockner, wartet auf die Ware und kann stündlich 10000 kg Frischkräuter verarbeiten.

Als Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Donautalkräuter, die ihre Rohware an die ESG vermarktet, gratulierte Peter Kratzer dem ESG-Geschäftsführer zur Auszeichnung der Öko-Profit-Urkunde (wir berichteten). Mit der gekürten Maßnahme wird der Energieverbrauch gesenkt, die so erreichte Kostenersparnis komme letztlich auch den Anbauern zugute.

Während der anschließenden Felderrundfahrt hatten die Landwirte genügend Zeit, sich die neuen Sonderkulturen anzusehen und mit ESG-Anbauberater Johannes Kratzer über die Kultivierung zu sprechen. Seit einem Jahr baut die ESG Pfefferminze für einen Teehersteller an. Durch das Zerkleinern der Wurzeln und anschließendes Stecken vermehrt sich die Pflanze enorm, die Anbaufläche wuchs innerhalb eines Jahres auf das Siebenfache an. Drei Jahre lang könne von einem Feld geerntet werden, so Kratzer.

Auch der Knoblauchanbau wird erprobt. Ausschlaggebend für den Anbau der Knolle sei das Interesse eines bayerischen Milchverarbeiters gewesen, der auf Regionalität setzt und für einen Brotaufstrich nur Zutaten aus dieser Gegend verwenden will. Mittlerweile seien jedoch auch Gewürzhersteller an getrocknetem Knoblauch aus Bayern interessiert, sagte Schiele.

Angesichts der steigenden Kaufkraft in China und Indien und der stark wachsenden Bevölkerung geht der ESG-Geschäftsführer davon aus, dass die Heilpflanze nur noch in geringerem Umfang von dort exportiert werde – eine neue Marktchance für die ESG und eine positive Fruchtfolge für die Anbauer.

„Unser Trocknungsunternehmen ist nur so stark wie seine Anbauer“, resümierte Schiele. Landwirte, die sich im Kräuteranbau engagieren wollen, seien immer willkommen. Deshalb findet am Sonntag, 5. Juni, von 10 und 13 Uhr in Hamlar ein Infotag zum Kräuteranbau für alle interessierten Landwirte statt. (pm)

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