Wetter
Fr.
22°C
Wetter
Sa.
21°C

04. März 2010 20:15 Uhr

Zwölf Millionen Euro jährlich für Hartz IV

Donauwörth Im Landkreis Donau-Ries muss der Staat pro Jahr insgesamt rund zwölf Millionen Euro für Hartz-IV-Empfänger aufbringen. 2009 benötigten im Durchschnitt in 1250 Haushalten der Region insgesamt gut 2400 Personen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II. Der Donau-Ries-Kreis stehe hier im Vergleich zu anderen Gegenden in Deutschland noch ganz gut da, betonten Landrat Stefan Rößle und Gerhard Gloning, Leiter der Arge SGB II Donau-Ries, in einer Sitzung des zuständigen Ausschusses des Kreistags. "Wir haben hier gute Rahmenbedingungen", so Gloning.

Den Millionenbetrag wenden Bund (er trägt den größeren Teil) und Landkreis gemeinsam auf. Die Experten rechnen damit, dass die Ausgaben für Hartz IV heuer steigen werden. "Wenn die Arbeitslosenzahl nicht wieder sinkt, schlägt das früher oder später auf SGB II durch", meinte Rößle. Gloning verwies darauf, dass im Landkreis derzeit "nur" 2,4 Prozent der erwerbsfähigen Erwachsenen auf Hartz IV angewiesen seien. Freilich stecke in jedem Einzelfall eine gewisse Dramatik.

Viele Äußerungen

ANZEIGE

Eine Reihe von Kreisräten äußerte sich zu dem Thema. Zum einen wiesen sie darauf hin, dass auch in Nordschwaben viele Familien mit einem niedrigen Lohn auskommen müssen. "Die verdienen nur 1500 Euro brutto im Monat. Das macht mich nachdenklich", sagte Günther Wintermayr (Freie Wähler). Andererseits stellte Jürgen von Streit (SPD) klar: "Arbeit lohnt sich." Dies untermauerte Gloning mit einem Rechenbeispiel aus der Praxis, wonach einer vierköpfigen Familie mit relativ niedrigem Einkommen im Vergleich zu Hartz IV einige Hundert Euro mehr in der Tasche bleiben. Landrat Rößle zeigte sich angetan, wie sachlich die Kreisräte über die Parteigrenzen hinweg über das sensible Thema diskutierten. "Man darf nicht alle Betroffenen über einen Kamm scheren", meinte Rößle.

Halbes Jahr recherchiert

Neue Richtlinien genehmigte der Ausschuss für die Übernahme von Miet- und Heizkosten für Hartz-IV-Empfänger. Rund 3,5 Millionen Euro gibt der Landkreis dafür jährlich aus. Die Regelsätze müssten immer wieder angepasst werden, erklärte Klaus Zimmermann, Leiter des Fachbereichs Sozialwesen am Landratsamt. Seien die Sätze zu niedrig, werde oft dagegen geklagt, berichtete Rößle.

Die Kreisverwaltung recherchierte laut Zimmermann ein halbes Jahr lang, um einen Überblick über den Wohnungsmarkt und die Mieten im Donau-Ries-Kreis zu bekommen. Ergebnis: Die Behörde übernimmt im Bedarfsfall eine Nettokaltmiete von bis zu 4,63 Euro je Quadratmeter. Einer Einzelperson steht zum Beispiel eine Wohnfläche von bis zu 50 Quadratmetern zu und einer vierköpfigen Familie von bis zu 95 Quadratmetern.

Der Untersuchung der Behörde zufolge werden im Donau-Ries-Kreis jedes Jahr zwischen 520 und 650 Wohnungen für einen Quadratmeterpreis von weniger als 4,63 Euro neu vermietet. "Es gibt also ausreichend Wohnungen in dieser Preisklasse", lautet das Fazit von Zimmermann. Lebe ein Hartz-IV-Empfänger in einer teureren Unterkunft, so müsse er sich innerhalb eines halben Jahres eine billigere Wohnung suchen. (wwi)

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Schlagzeilen aus der Nachbarschaft

Veranstaltungen vom 25.05.2012
Aktuell meist gesucht

Feuerwehr | Augsburg | Au | Fasching | Bilder | 2011


Adressen für Ihre Gesundheit

Partnersuche