Mittwoch, 13. Dezember 2017

17. Januar 2012 12:09 Uhr

DZ-Fußballstammtisch

Der Einschluss kommt zu schnell

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg, Walther Seinsch, zu Besuch in Justizvollzugsanstalt Kaisheim. Kurzweilige Diskussion mit den über 120 Häftlingen Von Thomas Unflath

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Fußball kennt keine Grenzen und macht auch nicht vor Gefängnismauern Halt. So lautet das Fazit der Sonderausgabe des Fußballstammtisch „Nach neunzig Minuten“ der Donauwörther Zeitung. Die Veranstaltungsreihe gastierte nämlich am vergangenen Samstag in der Justizvollzugsanstalt Kaisheim, wo über 120 fußballbegeisterte Häftlinge Walther Seinsch, den Vorstandsvorsitzenden des FC Augsburg, als Gast begrüßten. Knapp zwei Stunden wurde über viele Themen rund um den Fußball, aber auch das Leben diskutiert, ehe die strikten Regeln und die einzuhaltenden Einschlusszeiten in der JVA die Veranstaltung beendeten. „Es war sehr interessant, mir hat es sehr gut gefallen“, lobte stellvertretend für die aufmerksamen Besucher Kurt M., ein langjähriger FCA-Fans.

Seinsch betrat betont locker in einer FCA-Trainingsjacke gekleidet den herausgeputzten Kinosaal und hatte durch seine Art schnell die Sympathien der Häftlinge auf seiner Seite. Der 70-Jährige fand von Anfang an den richtigen Ton und kam sehr gut an. Seine ersten Eindrücke gab er so wieder: „Ich sehe mehr Trikots des FCA als von Bayern“ – was großen Beifall zur Folge hatte. „Fußball hat mich mein ganzes Leben begleitet“, meinte Seinsch. Er habe dadurch viele Freunde gewonnen. Dabei berichtete er auch von seinen Kindheitstagen nach Kriegsende, als „von früh bis spät gekickt wurde“. DZ-Sportredakteur und Moderator Markus Erdt konfrontierte den Stargast mit einer Aussage, die viele Beobachter teilen: „Ohne Sie wäre der FCA nicht in der Bundesliga.“ Dies wollte der Vorstandsvorsitzende, seit 2000 beim FCA aktiv, so nicht gelten lassen. „Ein paar Prozent Anteil habe ich“, aber ohne viele Unterstützer im Hintergrund wäre dieser Aufschwung nicht gelungen. DZ-Fußballexperte Robert Leinfelder würdigte Seinschs Leistungen: „Er hat seine Vision umgesetzt.“ Auch der Bau der Arena sei ohne ihn nicht möglich gewesen.

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„Komplett alles verändert“

Ein weiterer Gast auf dem Podium, Wolfgang Gerstmeier, erinnerte sich an seine Zeit als FCA-Spieler (1990 – 1992): „Damals lag der Verein am Boden.“ Im Vergleich zur Gegenwart habe sich „komplett alles geändert“. Die Entwicklung sei für den Verein wie auch die ganze Region ein Segen. Für Seinsch soll der Aufstieg ins Oberhaus keine Eintagsfliege sein: „Wir wollen uns dort langfristig etablieren.“ Stolz berichtete er von der soliden Finanzlage des Vereins sowie dem neuen Leistungszentrum am Stadion. Die sportliche Bilanz (Platz 17, 15 Punkte) sei in Ordnung. Wichtig war für ihn, „dass Trainer und Spieler bisher alles gegeben haben“. Die Möglichkeiten seien mehr als ausgeschöpft worden. Sollte der Klassenerhalt aber doch nicht geschafft werden, strebe man den sofortigen Wiederaufstieg an. Überrascht und erfreut zeigte sich Seinsch von der Begeisterungsfähigkeit des Augsburger Publikums, das die Spieler sogar nach Niederlagen feiert.

Auch die Häftlinge im Saal beteiligten sich mit zahlreichen Fragen an der Veranstaltung. Dabei wurde auch das Thema Michael Thurk angesprochen. „Wir reden nicht darüber, weil wir ihn schützen wollen“, drückte sich Seinsch diplomatisch aus. Die Ausmusterung habe keine sportlichen Gründe gehabt. Selbstkritisch merkte er an, dass die Öffentlichkeitsarbeit zu dem Vorfall nicht optimal war.

Was weitere Zugänge neben dem von Schalke gekommenen Jan Moravek angeht, konnte der FCA-Boss nichts vermelden: „Wir sind derzeit intensiv auf der Suche.“ Doch auch wenn bis zum Ende des Transferfensters am 31. Januar niemand mehr verpflichtet wird, sei das Team gut aufgestellt. Ähnlich stellt sich die Lage bei der Nachfolge von Manager Andreas Rettig dar. Dessen Aufgaben sollen ab Sommer von zwei Personen übernommen werden. „Wir sind relativ weit“, meinte Seinsch, wollte aber keine Namen nennen. „Außer, Sie spenden einen sechsstelligen Betrag an unsere Jugendabteilung.“

Aufmunternde Worte

Ehe die kurzweilige Veranstaltung endete und die Häftlinge in ihren Zellen-Alltag zurückkehrten, richtete Seinsch noch aufmunternde Worte an sie. Zudem appellierte er an Eltern und Großeltern, ihre Kinder und Enkel früh zu einem Mannschaftssport hinzuführen. Dort könnten sie schon in jungen Jahren Freundschaft, Solidarität und Loyalität lernen.

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