Sonntag, 19. Mai 2013

25. Juni 2009 18:45 Uhr

Der King ist tot

Wer in der Gespanncross-Szene daheim ist, weiß sofort, wer mit dieser Überschrift gemeint ist. "Der King" - mit bürgerlichem Namen Ottmar Königsdorfer - erlag am frühen Dienstagmorgen in seinem rumänischen Zweitdomizil in Zarnesti, nahe der Stadt Brasov in Transsylvanien den Folgen eines Herzinfarkts. Sein Tod kam völlig unerwartet, denn mit gerade einmal 56 Jahren stand er bis zuletzt mitten im Leben. Und dies, obwohl er 1993 durch einen schweren Sturz beim Gespanncross eine Querschnittslähmung erlitt und seitdem an den Rollstuhl gefesselt war. Ottmar hinterlässt zwei erwachsene Kinder, seine betagte Mutter und seine Lebensgefährtin Oana, die ihm seit den langen Jahren nach seinem schweren Unfall immer zur Seite stand.

Schon im jungen Alter war Ottmar Königsdorfer bei den Monheimer Turnern aktiv, im Jugendalter in der Fußballmannschaft und 1971 begann er mit dem Moto Cross Sport als Solofahrer. 1973 holte er den Titel als Deutscher Junioren Meister mit 21 Siegen in einer Saison und war in den Jahren 1974 und 1975 als Solofahrer international im Einsatz.

Nach der Meisterprüfung im Kfz-Handwerk begann Königsdorfer seine sportliche Betätigung in der Seitenwagenklasse. Trotz beruflicher Belastung war er immer unter den besten deutschen Teams zu finden und wurde unter anderem 1985 Vizemeister. Viele Rennen hat er in allen europäischen Ländern gewonnen. 1993 gelang ihm mit Beifahrer Jürgen Hassold in Australien der Titel "Internationaler Australischer Meister". Für seine sportlichen Erfolge wurde er vom ADAC mit der für Motorsportler höchsten Auszeichnung, dem Sportabzeichen mit Brillanten geehrt.

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King, so wurde Ottmar von seinen Freunden genannt, war auf jeder Moto-Cross-Piste äußerst beliebt, immer gut für einen Spaß und gab im Rennen alles. Im Herbst 1993 stürzte Ottmar bei einem Weltmeisterschaftrennen in Strassbessenbach bei Frankfurt so schwer, dass er sich eine Querschnittslähmung zuzog und seither auf den Rollstuhl angewiesen war. Trotz allem war aber seine Liebe zum Motorrad geblieben. Mit einem Quad war er nach wie vor mobil und auch sportlich unterwegs. Seine Besucher führte er mit dem Quad durch die rumänische Gebirgslandschaft. Mit seiner zweiten Frau Oana lebte er abwechselnd in Rumänien und in Monheim.

Förderer des Vereins

Mit Ottmar Königsdorfer verliert der ADAC Ortsclub MV Warching einen Mann, der von Beginn an die sportlichen Aktivitäten des Vereins unterstützt und gefördert hat. Er hat mit seinen Erfolgen einen großen Beitrag zur Bekanntheit des Vereins geleistet. Von 1977 bis 2002 trug er als Sportleiter des ADAC-Ortsclubs viel zum Gelingen der Schimmelbergrennen bei. Für seine Verdienste im Ehrenamt erhielt er die Ewald-Kroth-Medaille in Bronze sowie die Gauverdienstmedaille des ADAC Südbayern. (dz, mvw)

Die Trauerfeier findet am Samstag, um 14 Uhr in der Monheimer Stadtpfarrkirche mit anschließender Beisetzung im Friedhof in Monheim statt.

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