Sonntag, 22. Oktober 2017

19. April 2017 20:00 Uhr

Fußball

Trauer, Wut und schlaflose Nächte

Viele Anhänger des FCB ärgern sich über die Fehlentscheidungen des Schiedsrichters im Champions-League-Spiel in Madrid. Mehrere Rieser erlebten die Gewalt der spanischen Polizei. Von philip Wehrmann und Stephanie Utz

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Gelb-Rot für Arturo-Vidal und zwei Abseitstore zugunsten Madrids: Die Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Kassai erzürnen die Bayern und ihre Fans.
Foto: Gebert, dpa

von Philip Wehrmann und Stephanie Utz

Donauwörth Tobias Helfer kann es immer noch nicht richtig fassen. „Alle Bayern-Fans, denen ich heute in der Arbeit begegnet bin, haben nur den Kopf geschüttelt“, sagt der Fanklub-Vorsitzende der Lech Bazis Münster. Nach dem mehr als unglücklichen Ausscheiden des FC Bayern München aus der Champions League fühlt er sich, wie wohl auch viele andere Anhänger des Fußballklubs, betrogen. Zwei klare Abseitstore von Real Madrid hatten in der Nachspielzeit für das Aus der Münchner aus der Königsklasse gesorgt. „Für mich war entscheidend, dass Arturo Vidal Gelb-Rot gesehen hat und vom Platz musste, während Brasilianer Casemiro eigentlich schon viel früher fällig gewesen wäre“, meint Helfer.

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Schade sei vor allem, dass zwei so große Karrieren, wie die von Xabi Alonso und Philipp Lahm, die beide im Sommer ihre aktive Profi-Karriere beenden, nun mit so einem „Beschiss-Spiel“ enden würden. „Das ist schwer zu akzeptieren“, sagt Helfer. Dennoch blickt er positiv in die Zukunft. Ein Champions-League-Titel unter Carlo Ancelotti sei auf jeden Fall drin, davon ist er felsenfest überzeugt.

Nun hofft Helfer, dass es im Pokal-Halbfinale in der kommenden Woche gegen Borussia Dortmund mit dem Finaleinzug klappt. „Für beide Teams steht viel auf dem Spiel, mal sehen wie die Mannschaften die Blessuren von den Champions-League-Spielen verkraften“, sagt er. In Hinblick auf das jüngste Aufeinandertreffen in der Bundesliga (4:1 für Bayern, Anmerkung d. Redaktion) mache er sich aber keine allzu großen Sorgen.

Dass die Bayern im Pokalspiel jetzt erst recht alles mobilisieren werden, glaubt auch Erhard Witt, Vorsitzender des Ottinger FCB-Fanklubs Red Wood Cats. Nach dem Spiel am Dienstagabend und einer schlaflosen Nacht kann er schon wieder nach vorne blicken. Schließlich gebe es schlimmere Dinge, als eine Niederlage im Fußball, sagt er. Trotzdem habe auch er sich sehr ärgern müssen über den Schiedsrichter: „Bayern hat auch schon von Fehlentscheidungen profitiert. Aber solche eine Masse an krassen Fehlentscheidungen ist nicht nachvollziehbar. Wir hätten es gestern verdient gehabt!“ Dennoch muss er zugeben, „verloren haben wir in München“. Dem vergebenen Elfmeter von Arturo Vidal trauere er immer noch ein wenig hinterher. Anders als Tobias Helfer glaubt er nicht an einen Titelgewinn in der Champions League unter Ancelotti. „Ich bin von ihm nicht so überzeugt wie von Pep Guardiola“, sagt Witt und erklärt auch warum: „Ich verstehe nicht, warum Ancelotti nicht auf Müller, Kimmich und Sanchez setzt, sondern stattdessen auf alternde Stars. Er fördert eben die Jugend nicht genügend!“

Rieser sehen live, wie Polizisten auf Münchner Fans einprügeln

„Die Niederlage ist natürlich bitter“, sagt Philipp Czuppa aus Dornstadt. Er war live beim Spiel in Madrid dabei, zusammen mit seinen Begleitern vom FC Bayern-Fanclub Dornstadt. Die Stimmung sei zunächst gut gewesen. Dann habe die spanische Polizei aber eine Eskalation im Münchner Fanblock verursacht, in dem sie sich selbst befanden: „Die Polizisten haben Fans verprügelt, die ihre Hände erhoben hatten und sich nicht wehrten.“ Dass der Schiedsrichter Fehlentscheidungen getroffen hat, habe man von der Tribüne nicht erkennen können. Als er danach davon erfuhr, sei es umso bitterer gewesen. Die Einführung des Videobeweises würde er als Fußballfan begrüßen – dann könne so etwas wie am Dienstag nicht mehr passieren, sagt er.

Den Spielern könne man absolut keinen Vorwurf machen, findet Rainer Wager, Vorsitzender des FC Bayern-Fanclubs „Let’s go“ Dornstadt. „Sie haben hart gekämpft und alles gegeben“, am Ende habe es nicht gereicht. Besonders ärgerlich seien die falschen Einschätzungen des Schiedsrichters. Das habe einen faden Beigeschmack. Er habe den Eindruck, der FC Bayern sei im Halbfinale nicht erwünscht gewesen. „Der Videobeweis muss her“, fordert er, schließlich gehe es um viel Geld. Mit der Technik hätte man ein faires Spiel ermöglichen können, argumentiert er.

Generell sei die Erwartung an den FC Bayern zu hoch. Das Triple sei nicht selbstverständlich: Der FC Bayern habe es in hundert Jahren nur ein Mal geschafft. Die Medien schüren unrealistische Erwartungen an den Verein, findet Wager.

Der nordschwäbische Schiedsrichterobmann Wolfgang Beck, kritisiert ebenfalls die Fehler des Unparteiischen. „Wo Menschen sind, passieren Fehler“, sagte er. Allerdings sei es „Wahnsinn“, ein Abseits bei fünfzig Zentimetern Abstand nicht zu erkennen. Casemiro habe für sein Foul, das zum Elfmeter führte, vom Platz verwiesen werden müssen, sagt er. Vom Videobeweis hält er nichts. Man könne die Folgen der Technik bei Sportveranstaltungen in den USA beobachten. Das Spiel werde in die Länge gezogen und verzerrt. Das mache den Sport auf lange Sicht kaputt.

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