Dienstag, 18. Juni 2013

17. April 2012 15:39 Uhr

Fußball

CL-Spiel gesichert - Stadion bekommt neuen Rasen

Eine unwürdige Rasen-Posse hat den deutschen Frauen-Meister 1. FFC Turbine und die Stadt Potsdam in Aufregung versetzt. Die UEFA hat das Karl-Liebknecht-Stadion wegen schlechter Boden-Verhältnisse gesperrt.

Nahezu rasenfrei zeigt sich der Platz im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion. Foto: Bernd Settnik dpa

Katastrophale Rasen-Bedingungen und Verletzungsgefahren haben den Europäischen Fußball-Verband UEFA dazu bewogen das Karl-Liebknecht-Stadion vor dem Rückspiel im Champions-League-Halbfinale am Sonntag gegen Cup-Verteidiger Olympique Lyon zu sperren.

Mit einer Blitz-Entscheidung versuchten die Verantwortlichen der Landeshauptstadt den drohenden Imageschaden abzuwenden. Ab Mittwoch wird in der Heimstätte des deutschen Frauen-Fußball-Meisters ein neuer Rollrasen verlegt. Darauf verständigten sich Oberbürgermeister Jann Jakobs und Matthias Morack, Geschäftsführer des 1. FFC Turbine. An dem Gespräch nahm auch Klaus Brüggemann, der Geschäftsführer des SV Babelsberg 03 teil. Der Drittligist wird als Stadionpächter die Verlegung des Rasens in Auftrag geben und bezahlen, die Landeshauptstadt wird ihrerseits den vereinbarten jährlichen Betriebskostenzuschuss von 150 000 Euro sofort an den Verein auszahlen. Zudem soll die Sportförderung für das laufende Haushaltsjahr erhöht werden.

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«Ich bin sehr erleichtert, dass es nun doch kurzfristig zu einer guten Entscheidung gekommen ist. Eine Spielverlegung am Sonntag wäre für Turbine spielerisch und finanziell katastrophal gewesen», erklärte Turbine-Präsident Günter Baaske.

Nachdem die UEFA den Platz am Montag für unbespielbar erklärte, hatte auch der Deutsche Fußball-Bund die Bespielbarkeit des Platzes für die verbleibenden Ligaspiele in dieser Saison angezweifelt. Bereits in der Nacht zum Dienstag waren daher zwischen dem Potsdamer Rathaus und dem prominentesten Verein der brandenburgischen Landeshauptstadt die Drähte heiß gelaufen, um eine vernünftige Lösung zu finden. Zuvor waren auch das «Waldstadion» im benachbarten Ludwigsfelde sowie die Alte Försterei in Berlin als Ausweichspielstätten in Betracht gekommen. Die Modelle waren nach der Einigung vom Tisch.

Bereits in den zurückliegenden Wochen hatte sich Gegner des gleichfalls im Liebknecht-Stadion spielenden Drittligisten SV Babelsberg 03 regelmäßig über den schrecklichen Zustand des Platzes beschwert, der an vielen Stellen keine Grasnarbe mehr besaß und durch Regenfälle der vergangenen Wochen stark aufgeweicht war. Nach dem Abtragen des Geläufs am Mittwoch, soll schon am Donnerstag der neue Rasen geliefert und verlegt werden.

Für die Vorbereitung der Turbine-Mannschaft auf das Rückspiel war der Rasen-Schock hingegen wenig förderlich. Die Hoffnungen auf das dritte Erreichen des Champions-League-Finals in Serie hatten durch das bittere 1:5 am Sonntag in Lyon bereits einen kräftigen Dämpfer erhalten. «Jetzt geht es darum: Zusammenhalten, am Sonntag ins Karli und mit vereinten Kräften Lyon schlagen. Dann kommt Turbine weiter», blieb Präsident Baaske aber Optimist. (dpa)

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