Der Schauspieler Franz Xaver Kroetz spricht im Interview über seine Rolle in dem "ausgesprochen dämlichen Stück" der "Brandner Kaspar" und über seine Zusammenarbeit mit Michael "Bully" Herbig. Von Heiko Wolf

Von Heiko Wolf
Der Autor, Regisseur, Schauspieler und Augsburger Brecht-Preisträger Franz Xaver Kroetz spricht im Interview über seine Rolle in dem "ausgesprochen dämlichen Stück" der "Brandner Kaspar" und über seine Zusammenarbeit mit Michael "Bully" Herbig, laut Kroetz eine "kontrollierte Rampensau".
Was halten sie von dem auf einem Volksstück von Kurt Wilhelm basierenden "Brandner Kaspar"?
Franz Xaver Kroetz: Der "Brandner Kaspar" ist Volkstheater für die ganze Familie. Diese weiche Linie des Volkstheaters führt aber auch zu mir. Schließlich habe ich schon 1997 Brechts "Herr Puntilla und sein Knecht Matti" für die Kammerspiele inszeniert und später den "Verkauften Großvater" fürs Münchner Volkstheater. Aber als ich als junger Mann in den 70ern das Theaterstück zum ersten Mal im Theater gesehen habe, war ich ehrlich gesagt fassungslos: Es ist ein kitschiges und ausgesprochen dämliches Stück. Dieser Meinung bin ich noch heute.
Was hat sie dann dazu bewogen, in der Verfilmung die Titelrolle zu spielen?
Kroetz: Ich habe selbst an dem Drehbuch mitgeschrieben. Dabei ist eine tolle Rolle entstanden, die nicht der des sehr stark festgelegten Brandners im Original bei Kurt Wilhelm entspricht. Eigenlob stinkt zwar, aber ich denke, zusammen mit Drehbuchautor Klaus Richter ist uns ein spannender Film gelungen, der nicht nur aus Jux und Klamauk besteht. Vor allem der Tod kann in dem Stück ja machen, was er will: "Bully" hatte quasi einen Freibrief.
Wenn sie die Rolle so toll finden: Warum haben sie nicht selbst den Boandlkramer gespielt?
Kroetz: Das konnte ich nicht. Ich bin kein Komiker. Aber Bully Herbig spielt in dem Film echt um sein Leben. Ich halte ihn für eine kontrollierte Rampensau. Es hat Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten.
Haben sie eigentlich selbst etwas vom Brandner Kaspar in sich?
Kroetz: Ich habe eine Jagdhütte bei Augsburg. Im Ernst: Ich habe meinem Brandner Kaspar mindestens 50 Prozent Kroetz dazugegeben. Ich bin es gern gewesen, habe mir gern dafür die Lederhose angezogen
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