Samstag, 20. Dezember 2014

Radtouren Augsburg und Umgebung

03. Mai 2011 09:21 Uhr

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Drängelei: Autofahrer und Rennradler im Clinch

Die Frühlingssonne hat das Startsignal gegeben, jetzt sind wieder tausende Radsportbegeisterte auf den Straßen unterwegs. Zum Ärger einiger Autofahrer, die sich von den Zweiradathleten gestört fühlen - und die Radler massiv bedrängen.

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Das Ortsschild schrumpft im Rückspiegel zu einem gelben Punkt, das Tempolimit ist aufgehoben und die Straße frei: Jetzt dürfen Autofahrer auf die Tube drücken. Dumm nur, wenn nach der nächsten Kurve plötzlich ein Rennradpilot auf der Fahrspur auftaucht. Oder gleich ein ganzer Verband. Dann muss der Gasfuß eilig aufs Bremspedal hüpfen - und Ärger ist programmiert. Denn vielen Autofahrern fällt es schwer, Verständnis für Radsportler auf den Landstraßen aufzubringen.

Je länger sie auf unübersichtlichen Strecken hinter den Rennradlern ausharren müssen, bis sie vorbeiziehen können, desto gereizter reagieren einige Autofahrer - und lassen sich zu gefährlichen Aktionen hinreißen: «Es wird wild gehupt, gedrängelt, absichtlich mit viel zu wenig Seitenabstand überholt und mit Scheibenwaschwasser herumgespritzt», erzählt Bruno Liebermann vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR). Provokationen wie diese lassen die Radler oft nicht auf sich sitzen: Sie wehren sich mit wüsten Beschimpfungen oder schlagen aufs Dach eines vorbeiziehenden Wagens. Ein Wiedersehen vor einer roten Ampel könne dann «auf hässliche Weise eskalieren», sagt Bettina Cibulski, Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).

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Eindringlich warnt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) Autofahrer davor, Rennradpiloten mit riskanten Fahrmanövern «erziehen» zu wollen. Der pädagogische Effekt sei gleich Null, die Unfallgefahr dagegen sehr groß: «Durch wildes Hupen oder Schneiden kann sich ein Radfahrer erschrecken, ins Schwanken geraten und stürzen.»

Daran ändert sich auch dann nichts, wenn Sportradler unberechtigt auf einer Straße in die Pedale treten: «Auch für Rennradfahrer gilt prinzipiell die Radwegebenutzungspflicht», erklärt Cibulski. Sobald neben der Fahrbahn ein blau-weißes Schild einen Radweg oder einen kombinierten Rad- und Fußweg ausweist, ist die Straße für alle Radfahrer tabu.

«Die Benutzungspflicht darf allerdings nur dort angeordnet werden, wo es aus Gründen der Verkehrssicherheit zwingend geboten ist», erläutert ADFC-Rechtsreferent Roland Huhn. Außerdem müsse sich ein ausgewiesener Radweg fürs Zweiradfahren eignen, er dürfe zum Beispiel nicht mit Schlaglöchern übersät sein. Beides ist laut Huhn häufig nicht der Fall, viele Radwege seien deshalb unrechtmäßig als solche gekennzeichnet. «Das wiederum erlaubt es Radfahrern nicht, die Schilder zu missachten.» Die Polizei handle aber oft mit Augenmaß und beanstande trainierende Rennradfahrer auf der Fahrbahn meist nicht.

Wie so häufig bei Gesetzen und Verordnungen gibt es noch eine Ausnahme, auf die DVR-Sprecher Rademacher hinweist: In einem geschlossenen Verband mit mehr als 15 Teilnehmern dürfen Radler jederzeit auf die Fahrbahn ausweichen und sogar zu zweit nebeneinander fahren. Das müssen auch Kraftfahrer akzeptieren.

Das angespannte Verhältnis zwischen Auto-, Rennrad- und Fahrradfahrern allgemein lässt sich allein durch mehr Gelassenheit, Toleranz und Rücksichtnahme auf beiden Seiten auflockern, betonen die Experten. Entscheidend sei, dass sie ein stärkeres Gefahrenbewusstsein füreinander entwickeln - insbesondere bei Begegnungen auf Landstraßen.

Deshalb legt Rademacher den Rennradathleten ans Herz, «es im öffentlichen Straßenverkehr mit dem sportlichen Ehrgeiz nicht zu übertreiben und die eigene Sicherheit nicht dem Tempo zu opfern». Sie sollten bedenken, dass bei einer anstrengenden Tour die Konzentration nachlässt, möglichst weit rechts fahren und neben dem obligatorischen Helm ein auffälliges Trikot tragen. Autofahrer sollten sich Rennradfahrern möglichst defensiv nähern und beim Vorbeifahren mindestens einen Seitenabstand von anderthalb Metern einhalten. (dpa)

ADFC-Info zur Radwegebenutzungspflicht

Generell sind Autofahrer und Radler in Deutschland ziemlich schlecht aufeinander zu sprechen. Bei einer Umfrage der Prüforganisation Dekra beklagten kürzlich mehr als zwei Drittel der 1600 Teilnehmer (77 Prozent), dass sich Fahrradfahrer oft nicht an die Verkehrsregeln halten. Im Gegenzug warf mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) den Kraftfahrern vor, zu wenig Rücksicht auf Radler zu nehmen.

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