Kissing Die sechs südlichen Gemeinden im Landkreis Kissing, Mering, Merching, Schmiechen, Steindorf und Ried wollen sich zu einem Mittelschul-Verbund zusammenschließen. Über entsprechende Absichtserklärungen lassen die Bürgermeister in ihren Gemeinderäten abstimmen. Starten wird die Mittelschule im Schuljahr 2010/2011 noch nicht. Zu knapp wäre dafür der Zeitplan, der erst jetzt vom Kultusministerium über den bayerischen Gemeindetag an die Kommunen gelangt ist. Zu diesem Ergebnis kamen die Bürgermeister und die Schulleiter bei einem Treffen am Mittwoch. Von Gönül Frey
Davon berichtete Kissings Bürgermeister Manfred Wolf im Hauptausschuss. Er hatte seine Amtskollegen sowie die Schulleiter aus Kissing, Mering und Merching zur Arbeitssitzung eingeladen. "Mir ging es darum, nichts zu verschlafen", erklärte er. Vonseiten Kissings bestand ursprünglich schon die Hoffnung, noch diesen Herbst mit der Mittelschule zu beginnen.
Doch dafür müsste bereits Ende April der Antrag aller Verbundsmitglieder an die Regierung gehen. "Bei unserer Besprechung hat sich herauskristallisiert, dass die genauen gesetzlichen Vorgaben noch überhaupt nicht vorliegen", erklärte Wolf. Für die Gestaltung des Mittelschulverbunds spielt es außerdem eine entscheidende Rolle, ob Mering ein Gymnasium bekommt. Denn nur dann ist die Marktgemeinde bereit, ihre Hauptschule aufzulösen. Den Antrag für die Neugründung will Landrat Christian Knauer jedoch erst im Herbst beim Kultusministerium einreichen.
Alle südlichen Gemeinden wollen nun eine Absichtserklärung abgeben, miteinander einen Schulverbund einzugehen. Darin ist auch formuliert, dass ein Schulstandort aufgelöst werden kann, wenn das Gymnasium kommt. Zudem soll ein Arbeitsgremium gebildet werden, das sich regelmäßig trifft und die Mittelschule vorbereitet.
"Schade, dass wir nicht schon im September starten", kommentierte SPD-Fraktionsvorsitzender Ronald Kraus. Dass der Zeitplan für die Mittelschule so eng gefasst ist, hält Katrin Müllegger-Steiger (Grüne) für Taktik des Ministeriums. Ursula Kronester (SPD) machte darauf aufmerksam, dass die vorgeschlagene Erklärung zum Vorteil der Nachbargemeinde ist: "Das lässt für Mering die Option offen, dass, wenn das Gymnasium nicht kommt, sich doch alles auf Mering konzentriert", merkte sie an. Bürgermeister Wolf sieht in diesem Fall eher Merching in Gefahr: "Für die dortige Hauptschule könnte es dann eng werden."
Davon will Amtskollege Martin Walch nichts wissen. Seiner Ansicht nach müssten auch ohne Gymnasium alle drei Hauptschulstandorte zu erhalten sein. "Aber erst wenn wir wissen, wie es mit dem Gymnasium tatsächlich weitergeht, macht es Sinn, einen Schulverbund zu gründen", sagt er. Die Erklärung kann er aber voll unterstützen.
Erst die Gymnasiums-Entscheidung abwarten, bevor der Schulverbund gegründet wird - das will auch Merings Bürgermeister Hans-Dieter Kandler. Den vorgegebenen Zeitplan für einen Start in diesem Jahr hält er ohnehin für undurchführbar. "Erst kommen sie im Kultusministerium nicht in die Puschen. Und jetzt sollen wir wieder reinholen, was die vertrödelt haben. Das ist ein Biotop der Langsamkeit", wettert er.
Mit der Absichtserklärung setze man jedoch ein Zeichen: "Wir sind an der Sache dran!". Mit dem Arbeitsgremium soll die Mittelschule sauber Punkt für Punkt vorbereitet werden.
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