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13. März 2010 06:40 Uhr

Auf den Spuren von Prinz Charles

Pöttmes/Deutsch-Weißkirch Was haben Silvia Eckert-Wagner und ihr Ehemann Dr. Bernd Wagner vom Pöttmeser Gumppenberg mit dem britischen Thronfolger Prinz Charles gemeinsam? Auf einer Wanderung "zu Fuß durch Siebenbürgen" kamen die beiden durch das Vorzeigedorf Deutsch-Weißkirch (Viscri), das 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wurde. Von Gert-Peter Schwank

Im selben Jahr begann der Mihai Eminescu-Trust (MET), eine britisch-rumänische Stiftung, die sich die fachgerechte Renovierung nicht nur der auf einem Hügel stehenden typischen Kirchenburg, sondern auch die Sanierung der dort typischen Bauernhäuser zur Aufgabe gemacht hat. Der Schirmherr der Stiftung ist der britische Thronfolger Prinz Charles, der seither fast in jedem Jahr nach Deutsch-Weißkirch gekommen ist und im selben Haus genächtigt hat, in dem auch das Ehepaar vom Pöttmeser Gumppenberg Quartier bezogen hat.

Nicht auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela

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"Wir haben im selben Bett geschlafen, wie Prinz Charles", lacht Silvia Eckert-Wagner rückblickend. Jetzt hat die Schrobenhausener Gymnasiallehrerin ein Reisetagebuch verfasst und ihre Erlebnisse aufgeschrieben. Titel: "Zu Fuß durch Siebenbürgen - von Hermannstadt/Sibiu nach Deutsch-Weißkirch/Viscri". Natürlich kommt auch Prinz Charles in diesem überaus locker und verständlich geschriebenen, 132 Seiten umfassenden Reisebericht vor, in dem Land und Leute, Landschaft und Geschichte, aber auch die eigenen, ganz persönlichen Empfindungen nicht zu kurz kommen. Fazit: "Siebenbürgen ist ein wunderbares Wanderland". - "Unsere Idee, durch Siebenbürgen zu Fuß zu wandern - von Dorf zu Dorf, von Kirchenburg zu Kirchenburg - nahm erst langsam Form an", berichtet Silvia Eckert-Wagner. "Wir waren damit nicht allein, denn zur gleichen Zeit erlebte Europa eine Pilger-Renaissance." Überall begannen zivilisationsmüde Menschen auf den Jakobswegen in Richtung Santiago de Compostela zu wandern. Doch die beiden vom Gumppenberg, der einst im (erfolgreichen) Kampf gegen eine drohende Mülldeponie für Schlagzeilen gesorgt hat, scheuten diese Massenbewegungen.

Statt Elsass, Süd-England oder Tschechien also diesmal Rumänien, genauer Siebenbürgen im Karpatenbogen. Und das hatte einen familiären Grund: Die Mutter von Dr. Bernd Wagner (der sich, ebenso wie Prinz Charles, dem Naturschutz verschrieben hat) stammt aus Mediasch/Medias, Bruder Wolf und Schwägerin Renate sind in Siebenbürgen aufgewachsen. "Nun wollten wir Siebenbürgen auf andere Art kennenlernen", so Silvia Eckert-Wagner. "Vor allem zu Fuß." Nicht wie Ehemann Bernd, der Ende der 70er-Jahre schon mal dort war, als der Eiserne Vorhang Europa teilte, in Rumänien Nicolae Ceausescu an der Macht gewesen ist und mit seinem Geheimdienst "Securitate" Angst und Schrecken verbreitet hat.

Zutiefst beeindruckt auch von der "Herzlichkeit der Menschen und von der Schönheit dieser einzigartigen Kulturlandschaft haben wir uns entschlossen, ein Reisetagebuch zu schreiben". Ehefrau Silvia verfasste den Text, Ehemann Bernd begleitete die Wanderung, an der zeitweise auch das Pöttmeser Ehepaar Haile aktiv beteiligt war, mit der Kamera.

Es gibt viele Gründe, durch Siebenbürgen zu wandern, sind die Autoren überzeugt. Die liebliche Landschaft, die bewegte Geschichte dieses Landes, das Weltkulturerbe der 140 Kirchenburgen, die einst die Siedler wehrhaft vor dem Einfall der Tataren und später der Türken schützen sollten, die pittoresken, historischen Altstädte, die ursprünglichen Dörfer, die meist ihren romantischen Biedermeier-Charakter erhalten haben.

Zur europäischen Kulturhauptstadt gekürt

Allen voran nennt Silvia Eckert-Wagner die Hauptstadt Hermannstadt, die 2007 zur europäischen Kulturhauptstadt gekürt wurde. Hier in Siebenbürgen scheint in mancherlei Hinsicht die Zeit stehen geblieben zu sein. Der Pferdekarren ist immer noch ein beliebtes Fortbewegungsmittel. Die paradiesische Ruhe, die durch keinen Motorenlärm zerstört wird, die weitgehend unberührte Natur, der Kontakt zur Bevölkerung, der durch das Zufußgehen wesentlich erleichtert wird -all dies seien Aspekte, die sich nur dem Wanderer eröffnen.

Silvia Eckert-Wagner: "Unser Reisetagebuch lässt den Leser an den Erlebnissen unserer Wanderung teilhaben, als Wanderführer soll es zur Nachahmung ermuntern ..."

"Zu Fuß durch Siebenbürgen" von Silvia Eckert-Wagner, 132 Seiten, 79 Farbbilder, Paperback, Pöttmes 2010, Preis 14 Euro (plus Porto), ISBN 978-3-00-030079-0. Das Buch kann bei der Autorin bestellt werden, Tel. (0 82 53) 7000), oder Mail: sub-verlag@t-online.de und ist bei der Buchhandlung Mayer und Söhne in Aichach zu kaufen.

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