Freitag, 23. Juni 2017

23. Mai 2009 05:02 Uhr

Bekommt der Ortskern ein Gemeinschaftshaus?

Affing (mgw) - Was wird aus dem Ortskern in Affing? Seit dem 12. März 2006 lässt der Affinger Gemeinderat ganz bewusst die Finger von den Planungen über dieses - in Mehrfachbedeutung - ausbaufähige Ensemble. Damals klopfte die Bürgerschaft der Großgemeinde in einem Bürgerentscheid ihren Ratsmitgliedern gehörig auf die Finger und lehnte das bereits beschlossene Feuerwehrhaus auf dem Gelände des 1B mit großer Mehrheit ab.

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Bekommt der Ortskern ein Gemeinschaftshaus?
Foto: ALFA

Der größte Teil des Schlossplatzes, der Westflügel der alten Schlossökonomie, gehört zum Besitz von Marian von Gravenreuth. Herrliche böhmische Gewölbe im Erdgeschoss, Platz im Obergeschoss laden ein, etwas daraus zu machen. Allein: Der Komplex steht mehr als zur Hälfte leer. Kein Wunder, dass auch Marian von Gravenreuth Interesse daran hat, das Potenzial seiner Immobilie auszuschöpfen.

Historisch wertvolle Gebäude erhalten

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Er war einer von nur rund 20 Bürgern, die sich an der jüngsten Phase des "moderierten Planungsprozesses" am 28. März in Affing beteiligten. Gemeinderat Markus Winklhofer war auch dabei und berichtete seinen Kollegen von den Fortschritten im Planungsprozess. "Es muss sich um ein wichtiges Thema handeln, wenn sich so viele Zuschauer zur Gemeinderatssitzung einfinden", bemerkte er sarkastisch, blickte aber wohlwollend auf drei Mitglieder der Katholischen Landjugend (KLJB) Affing.

Seit dem Seminar in Thierhaupten im Dezember 2007, dem Infoabend im Dezember 2008 und der Fragebogenaktion zeigte sich die KLJB noch als eine der treibenden Kräfte im ansonsten eher antriebslosen Affing. Entsprechend heftig waren die Kommentare der Gemeinderäte: "Wir müssen einen Profi engagieren, sonst laufen wir immer weiter im Kreis und das Interesse der Bürger lässt immer weiter nach", brachte es Stefan Matzka auf den Punkt.

"Die Findung war mühsam. Jetzt wissen wir, was der Bürger will. Jetzt muss es konkret werden", forderte auch Erich Menhart. "Der Bürger will die historisch wertvollen Gebäude erhalten, aber einer sinnvollen Nutzung zuführen", formulierte Winklhofer. Konkret: Der Anbau der alten Schule ist nicht historisch: Er soll abgerissen werden. Als "realistische Nutzungsmöglichkeiten" für das 1B hatten die Bürger Folgendes angeregt: Ein Bürgerhaus mit einem Café als Generationentreff, einer Bücherei und einem Sitzungssaal für die Gemeinderäte.

Vorschlag: Im Schloss ein Café mit Außennutzung

Außerdem müsse ein Baufachmann klären, ob diese Vorhaben über eine Sanierung zu realisieren seien oder ob ein Neubau zweckmäßiger sei. Auch beim Westflügel der Schlossökonomie findet sich ein "Café mit Außennutzung" in den Vorschlägen.

Darüber hinaus dachten die Bürger über betreutes Wohnen nach, über Tagespflege und wieder über einen Sitzungssaal im Gewölbe. Auch solle geklärt werden, ob ein überregionales Museum Platz fände oder ob sogar eine gewerbliche Nutzung möglich wäre.

Der Gemeinderat akzeptierte einen Vorschlag von Josef Engelschalk und beauftragte den Bürgermeister, einen "kompetenten Mann" zu finden, der die Anregungen der Bürger in konkrete Planungsvorschläge umsetzt.

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