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25. Januar 2010 05:04 Uhr

Bläser-Techno mit Alpen-Rap beim Montagsbrettl

Steinbach Im ersten Moment gewöhnungsbedürftig war das jüngste Konzert des Montagsbrettls, das diesmal ausnahmsweise an einem Freitag stattfand. Denn irgendwie wusste keiner dieses Phänomen "Kofelgschroa" einzuordnen. Doch zumindest versuchten es viele Menschen, die sich für Musik interessieren. Am Saaleingang im Gasthof Drexl gab es eine Viertelstunde vor Konzertstart einen gewaltigen Rückstau.

Bläser-Techno mit Alpen-Rap beim Montagsbrettl
Foto: ALFA

Manuela Rieger

Seit 2002 tourt die Formation "Kofelgschroa" durch die Lande. Zumindest im süddeutschen Raum hat sich die Blaskapelle aus dem Oberland längst zu einem echten Schlager entwickelt. Es kommt ja auch nicht allzu oft vor, dass ein paar Jungs mit Blaskapellen-Ausbildung Balkan-Beats mit Landlern und Techno mischen.

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Diese vier durchgeknallten Virtuosen wirbelten die Zuhörer komplett durch. Mit drei Blechbläsern und Akkordeon erfanden sie Funk und Techno neu. Und das alles ohne Krachlederne. Diesen abgefahrenen Sound, der von der ersten Sekunde an restlos begeistert, hat es so noch nicht gegeben. Kirchweih-Techno. Tuba-Funk. Blasmusik-Pop. Mit solchen Bezeichnungen wird versucht, diese Art der Musik einzuordnen. "Kofelgschroa" spielt Allerweltsmusik mit dem Instrumentarium von Feuerwehrfesten und Musikantenstadl. Bei ihrem Auftritt bewiesen die vier eindrucksvoll, dass Funk mit Blechblasinstrumenten einen ganz besonderen Reiz hat. Dabei machte das Quartett vor keiner Musikrichtung halt. Egal ob Rock, Pop, Polka, Tango oder Techno - nichts ist vor ihnen sicher - sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die ausgetretenen Pfade der Blasmusik zu verlassen. Alles darf in den Trichter - außer dem notorischen Umtata der Trachtenumzugs-Musikanten.

Stoisch und in Minimalart erzählen die Musiker ihre Geschichten. Und weisen erst einmal darauf hin, dass "Kofel" ein Berg bei Oberammergau ist und "Gschroa" Geschrei heißt, "weil wir nicht singen können". Mathias (Tuba), Michi (Trompete), Maxi (Akkordeon) und Martin (Susaphon) schlossen sich erst einmal nur "der Gaudi wegen" zu einer von Akkordeon verstärkten Blaskapelle zusammen. Ausschlaggebend war eine gewisse Langeweile im örtlichen Musikverein. Nun tanken sie Treibstoff aus aller Welt: blasen jedes Humpta-Stereotyp über den Haufen und lassen die "Tröten" funky wirken.

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