Beim TSV Friedberg, dem größten Verein im Landkreis Aichach-Friedberg, ging der große personelle Umbruch glatt über die Bühne. Gerd Horseling, der im Anschluss an die Ära des jetzigen Ehrenvorsitzenden Hasenbein zwei Jahre an der Spitze stand, hatte um Entlastung gebeten. Von Otmar Selder


Friedberg. Beim TSV Friedberg, dem größten Verein im Landkreis Aichach-Friedberg, ging der große personelle Umbruch glatt über die Bühne. Gerd Horseling, der im Anschluss an die Ära des jetzigen Ehrenvorsitzenden Hasenbein zwei Jahre an der Spitze stand, hatte um Entlastung gebeten.
Und mit dem jungen Karsten Weigl rückt eine neue Generation an die Vorstandsspitze. Diese wird komplettiert durch drei weitere Neue, allesamt Youngsters. Denn mit Dr. Johannes Selder, Thomas Günther und Wolfgang Eymüller hatten renommierte eingesessene Vorstandsmitglieder nicht mehr kandidiert.
Es fehlte bei der Jahreshauptversammlung weder an Komplimenten noch an guten Wünschen für diesen butterweichen Wechsel. Sowohl 2. Bürgermeister Roland Fuchs, als auch Landtagsabgeordnete Brigitte Meyer und BLSV-Vorsitzende Brigitte Laske zeigten sich beeindruckt bei der Präsentation der Aufgaben, Leistungen und dem Status quo des Vereins, der mit seiner Sportanlage einen Meilenstein hingelegt hatte. Roland Fuchs sprach von einer "beeindruckenden Bilanz".
"Wir stehen sportlich und wirtschaftlich hervorragend da", machte Gerd Horseling Appetit für seine Nachfolger. Dass er nach 18-jähriger Funktionärstätigkeit aber "erst" zweijähriger Präsidentschaft abtritt, habe mit seiner künftigen Stellung als stellvertretender Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen zu tun.
Jahresbericht Der TSV hat über 3200 Mitglieder in seinen zwölf Abteilungen. Horseling bezeichnete die 140 Übungsleiter als "Streetworker", die Woche für Woche für die Jugendlichen und Schüler unterwegs sind. Die Hälfte aller Mitglieder seien unter 18 Jahren und die Nachfrage nach den Übungsstunden sei immens. Beispielsweise hätten sich aktuell beim Fußball über 60 Mädchen angemeldet. Babyschwimmen und "Medi-Swim" seien weitere "moderne" Sportarten, die stark nachgefragt würden. Breiten- und Leistungssport seien gleich stark ausgebildet im Verein und die Einrichtung der Kindersportschule (KISS) habe voll eingeschlagen.
"Grant" über mangelnde finanzielle Anerkennung
Die Entscheidung für den Bau der neuen Sportanlage sei im Nachhinein als richtig bestätigt worden. Bei der Finanzierung befinde man sich genau im Plan. Horseling konnte allerdings seinen "Grant" über mangelnde finanzielle Anerkennung von Staat und Stadt und öffentlicher Verwaltung auch diesmal nicht hinunterschlucken: "Der Sport hat hier keine Lobby", klagte er und er belegte seinen Frust mit Beispielen.
Finanzen Schatzmeister Ralph Neumeier bestätigte in seinem Kassenbericht, dass die Finanzen "im grünen Bereich" sind. Mit etwas Glück und Umschichtungen hat man 2009 insgesamt einen Überschuss von rund 50 000 Euro erwirtschaftet. Verbindlichkeiten hat der Verein noch 2,02 Millionen Euro, an Festgeld und Kassenbestand stehen 1,47 Millionen Euro zur Verfügung. Neumeier dankte auch den Hauptsponsoren Segmüller und Stadtsparkasse, die mit ihrer Unterstützung vor allem den laufenden Sportbetrieb positiv beeinflussen.
Neuwahlen Sie gingen per Akklamation und durchwegs einstimmig über die Bühne. Der neue Vorsitzende Karsten Weigl versprach vollen Einsatz und kündigte an, in der Mitgliederstruktur mehr die Senioren ab 60 Jahren einzubinden. Außerdem läge ihm ein noch besseres Verhältnis zu den Repräsentanten von Stadt und Staat sehr am Herzen. Von Otmar Selder
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