Montag, 20. November 2017

22. Oktober 2013 18:00 Uhr

Das Bürgernetz spinnt die Fäden weiter

Zusammen wollen Ehrenamtliche der Vereinsamung Paroli bieten

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Nach der Startveranstaltung: Viele wollen beim neuen Bürgernetz Friedberg gut vernetzt sein, um sich ehrenamtlich zu engagieren.
Foto: Andreas Schmidt

Das Büro ist besetzt und die Startveranstaltung des Bürgernetzes Friedberg ist jetzt unterm Dach der Caritas über die Bühne gegangen. Schon im Vorfeld haben erste Ehrenamtliche mit angepackt. Beispielsweise hat ein Obermedizinalrat im Büro geweißelt und den Teppich verlegt. Andere wollen es ihm auf anderen Feldern mit ihren jeweiligen Fähigkeiten nachmachen. Eines der Ziele lautet: Der Vereinsamung in Friedberg Paroli bieten.

Zum „Startschuss“ gab es viel aufmunternden Applaus für die Freiwilligen. Dem schloss sich auch Bürgermeister Peter Bergmair an. Für ihn zählt bürgerschaftliches Engagement zu den tragenden Säulen einer Gesellschaft. Und Bergmair geht davon aus, dass auch die Engagierten etwas davon haben: „Wenn wir unsere Fähigkeiten und Interessen verknüpfen und ein Netz an Verbindungen schaffen, wird unser Leben wertvoller und bunter.“ Für Bergmair macht es Sinn, dass die Stadt das Bürgernetz finanziell unterstützt. Ein weiterer Geldgeber ist die Hoschek-Stiftung. Mit deren Anschubhilfe soll im Januar eine Halbtageskraft die Büroarbeit übernehmen. Stifter Alfred Hoschek will mit dazu beitragen, dass Menschen im Ruhestand in kein Loch fallen, sondern sich mit einbringen.

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Dass dies auch ihm und Stadtratskollegin Ingrid Becke als Seniorenpfleger ein großes Anliegen ist, betonte Stadtrat Thomas Treffler: „Wir würden uns freuen, wenn es ein voller Erfolg würde.“

Damit die Richtung stimmt, hat ein Lenkungskreis einige Vorarbeit geleistet. Als Organisatorinnen haben Hannelore Hoffmann und Petra Krehan Fäden gesponnen zu anderen Netzwerken wie der Freiwilligenagentur und Seniorenberatung im Landkreis sowie in ein Seniorenheim. Zwischen Hilfesuchenden und Hilfsbedürftigen wurden erste Kontakte vermittelt. Ein Vorreiter ist Gerald Ziehfreund. Der 43-Jährige unterstützt jemanden mit beeinträchtigten Beinen beim Spaziergehen. „Keine große Sache“, sagt Ziehfreund darüber, betont aber: „In einer Gesellschaft, in der die Menschlichkeit verloren geht, können alle miteinander einpacken.“

Geplant sind neben Patenschaften, Nachbarschaftshilfe, Kinderbetreuung auch regelmäßige Veranstaltungen: Ein Bürgernetz-Café am Mittwochnachmittag, Seniorengymnastik, Gedächtnistraining, Malkurs, Schachclub und Literaturzirkel. Als Träger bietet die Caritas den Freiwilligen auch rechtliche Sicherheit, versprach Caritas-Geschäftsführer Andreas Reimann. Wobei rechtliche Probleme mit Ehrenamtlichen seiner Erfahrung nach die absolute Ausnahme sind.

Am Ende spornte Hannes Proeller vom Förderverein, der moderiert hatte, die Helfer an: „Genug geredet, jetzt packen wir es an!“ (scha)

Interessenten melden sich im Bürgernetz-Büro Telefon 0821/26891-29 montags bis freitags 10 bis 12 Uhr, donnerstags auch von 17 bis 19 Uhr.

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