An einer Strukturreform führt aber auch aus Sicht von Pfarrgemeinderatsvorsitzenden kein Weg vorbei Von Andreas Schmidt


Friedberg Auf viele Neuerungen sollen sich die Katholiken in der Diözese einstellen: Pfarreien-Fusionen, zentrale Eucharistiefeiern, Pastoralräte statt Pfarrgemeinderäte ... Auch den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden im Dekanat Friedberg ist im Detail noch vieles unklar, was auf sie zukommt. Grundsätzlich stellen die gewählten Vertreter gar nicht infrage, dass eine Strukturreform der Pfarreien notwendig ist. „Es ist klar, dass etwas kommen muss“, sagt die Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Jakob in Friedberg, Christa Dorsch. Doch zumindest teilweise haben die Ankündigungen des Bistums auch für Frust gesorgt. „Die Art und Weise, wie das von oben herab übergestülpt worden ist, ohne das Kirchenvolk mitzunehmen, stößt vielen auf“, so Dorsch. Gerade in der Kirche erwarte sie eine Bereitschaft zum Dialog. „Warum die Eile, mit der die Entscheidungen zementiert worden sind?“, fragt sich die Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Jakob.
Eher als das Wie erschließt sich Christa Dorsch das Warum bestimmter Entscheidungen der Diözesanleitung. Dass künftig pro Seelsorgeeinheit ein Pastoralrat statt mehrerer Pfarrgemeinderäte vorgesehen ist, macht für sie Sinn. Wichtig wäre es ihr dabei aber, dass in dem Gremium alle Gemeinden vertreten sind.
„Unbewusst haben wir das schon vorgemacht mit Alt-Kissing und Neu-Kissing“, sagt der Kissinger Pfarrgemeinderatsvorsitzende Peter Franz. Es sei nie ein Problem gewesen, dass beide Teile der Pfarrei gut im gemeinsamen Pfarrgemeinderat repräsentiert waren. Wie auch andere Vorsitzende hält es Franz für wichtig, dass Mitglieder in den künftigen Pastoralrat gewählt werden wie bisher in den Pfarrgemeinderat. Nur so sei eine repräsentative Meinungsbildung möglich. In der Kissinger Pfarrei ist in der kommenden Woche eine Informations- und Diskussionsveranstaltung geplant, in der es darum geht, wie mit den Neuerungen umgegangen werden soll.
Abwarten will die Meringer Pfarrgemeinderatsvorsitzende Anneliese Herter, nachdem viele Fragen zu dem Seelsorgekonzept noch offen sind. Sie baut auch weiter auf die Mitwirkung der Laien in der Pfarrei St. Michael: „Doch die Ehrenamtlichen sind schon heute stark eingebunden.“
Klar ist, dass die Zahl der Priester deutlich abnehmen wird. Für die Dasinger Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sonja Loibl führt damit in absehbarer Zukunft kein Weg an Zusammenschlüssen von Pfarreien vorbei: „Sonst bricht alles zusammen.“ Sie würde auch weiter weg zu einem zentralen Gottesdienst fahren. „Doch wie sieht das mit älteren Kirchgängern aus?“, sagt Sonja Loibl und meint: „Das nagt schon an einem.“
Nach einer ersten Enttäuschung über die Vorgehensweise der Diözese will Pfarrgemeinderatsvorsitzende Christa Dorsch lieber nach vorne blicken: „Die Pfarrer brauchen den Rückhalt aus den Pfarrgemeinden.“ (scha) »Diese Woche
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: