Freitag, 24. Oktober 2014

17. Dezember 2012 12:03 Uhr

Brauchtum

Die Heimat auf der Zunge

Kinder und Jugendliche sprechen heute weniger Dialekt als früher. Das fällt auch in Schulen im südlichen Landkreis auf Von Ulrike Jochum

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Aichach-Friedberg Plätzchen, Gedichte, Kerzen und Kränze: In der Adventszeit besinnen sich viele Menschen auf ihre Herkunft und Tradition. Sie verbringen Zeit in der Familie und pflegen lieb gewonnene Bräuche. Dazu gehört auch der heimische Dialekt. Es gibt Weihnachtslieder in Mundart, wie den Klassiker „Es wird scho glei dumpa“, und viele Theateraufführungen. Gerade die junge Generation aber spricht zunehmend weniger Dialekt. Das macht sich auch an einigen Schulen im südlichen Landkreis bemerkbar, wie wir im Gespräch mit Pädagogen erfuhren.

„Die Kompetenz der Jugendlichen geht in diesem Bereich leider zurück“, stellt Anton Oberfrank fest. Der Leiter der Konradin-Realschule bedauert das, da er als Deutschlehrer gerade die Vielfalt der Dialekte in Bayern schätzt. Untersuchungen hätten zudem ergeben, dass Kinder, die eine Mundart beherrschen, sich später auch beim Erlernen einer Fremdsprache leichter tun. „So lange sie auch des Hochdeutschen mächtig sind, bereichert sie das nur.“ Im Kultusministerium habe es deshalb eine Trendwende gegeben: Vor Jahren habe man Dialekte in Schulen noch bekämpft, was sich mittlerweile geändert habe. Vor allem Jugendliche aus Friedberg und der östlichen Umgebung besuchen die Realschule. Während die Friedberger sprachlich stärker schwäbisch geprägt seien, sprechen die Schüler aus den umliegenden Ortschaften eher altbayerisch. Die meisten von ihnen zeigten im Unterricht aber nur mehr Dialektanklänge, sagt Oberfrank. Karla Varney, Schülersprecherin an der Realschule, bestätigt das. „Manche Lehrer sprechen stärker Dialekt als die Schüler“, sagt die 17-Jährige. Einen „Augsburger Einschlag“ hätten zwar die meisten, darüber hinaus gehe der Gebrauch aber nur selten.

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Elisabeth Kern, Leiterin der Theresia-Gerhardinger-Grundschule, schließt sich dieser Einschätzung an. An ihrer Schule werde ebenfalls nur noch wenig Mundart gesprochen. Und wenn, dann seien es meist Kinder aus Paar-Harthausen. „Die Gefahr, dass die Dialekte ganz verschwinden, ist deshalb groß“, sagt sie. Schon im Elternhaus würden sie nicht mehr so stark gefördert wie früher. Auch am Wernher-von-Braun-Gymnasium in Friedberg sind die Schüler, die einen ausgeprägten Dialekt sprechen, in der Minderheit. Martina Raab, Betreuerin im Fach Deutsch, konnte jedoch nicht beobachten, dass sich in den vergangenen Jahren da etwas geändert habe. Regionale Färbungen hätten immer noch die meisten Schüler. So höre man von ihnen häufig Varianten von Lechrain-Dialekten, wie sie in Friedberg, aber auch im südlichen und westlichen Landkreis heimisch seien. Schüler aus Dasing und der Umgebung hätten dem gegebenüber eher oberbayerische Mundartanklänge.

Ein Problem sei das nicht in der Schule: „Unsere Dialekt sprechenden Schüler haben ein gutes Gespür dafür, welche Variante gerade gefordert ist“, sagt Raab. In den meisten Familien hätten sie gelernt, wann Hochdeutsch angemessener sei. Das Thema Dialekt wird auch im Unterricht behandelt: In der achten Klasse steht es im Gymnasium auf dem Lehrplan. Nicht nachgelassen habe der Dialektgebrauch an der Mittelschule Mering. Das glaubt Lehrerin Constanze Scholz: „Die Schüler sprechen immer noch so stark Dialekt wie früher, speziell die aus kleineren Orten wie Baindlkirch oder Schmiechen.“ An der Mittelschule habe es vor zwei Jahren zum Beispiel mal ein Theaterstück in bayerischer Mundart gegeben.

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