Freitag, 24. November 2017

08. April 2016 05:41 Uhr

Gärten im Wittelsbacher Land

Diese Maschine gehört zur Familie

Roboter zum Rasenmähen sind im Trend. Was bei ihrem Einsatz zu beachten ist und warum die Besitzer nicht mehr darauf verzichten wollen

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Michele Naschetti von der Firma Pfundmeir (rechts) erklärt Hannes Proeller, wie der Mähroboter am besten zu programmieren ist.
Foto: Michael Hochgemuth

Ob Viking, Alko, Husqvarna, Bosch oder Gardena – die meisten Hersteller von Gartengeräten haben inzwischen etwas im Sortiment. Das Prinzip ist einfach erklärt. Notwendig sind ein Stromanschluss, eine Ladestation, der Mäher selbst und ein langer Draht, der wenige Zentimeter in den Boden eingegraben wird und den Einsatzbereich der Maschine begrenzt. Die Ladestation versorgt nicht nur den Akku des Roboters mit Strom, sondern schickt auch ein pulsierendes Magnetfeld durch den Draht. Wenn er das Signal empfängt, macht der Roboter kehrt. Am besten sei es, den Einsatz der Maschine gleich bei der Planung der Freiflächen zu berücksichtigen, empfiehlt Michele Naschetti. Aber auch bestehende Gärten können jederzeit nachgerüstet werden.

Die meisten Mähroboter setzen bei ihrer Tätigkeit auf eine Mischung aus Zufall und Statistik. Der Roboter fährt so lange geradeaus, bis er entweder an ein Hindernis trifft oder den Begrenzungsdraht erkennt. So flitzt die Maschine kreuz und quer über den Rasen, der beim ersten Einsatz entsprechend zerrupft wirkt. Erst nach ein paar weiteren Mähzyklen schaut es dann ordentlich aus.

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Das bestätigt auch Hannes Proeller, der seit einem Jahr im eigenen Haus mit Garten lebt. „Bisher war immer alles sauber geschnitten.“ Die Mähhöhe lässt sich ebenso einstellen wie die Einsatzstunden des Roboters, der nach getaner Arbeit selbstständig in seine Ladestation zurückfährt und auftankt. Dreimal pro Woche zieht die Maschine bei den Proellers leise summend ihre Bahnen und stutzt das Gras um zwei Millimeter. Der Rasenschnitt bleibt liegen und dient, wenn er verrottet, als Dünger. Und die Stromrechnung? Hannes Proeller zuckt mit den Achseln – er kann keine nennenswerte Veränderung feststellen. „Das schlägt sich kaum nieder“, versichert Michele Naschetti von der Firma Friedberger Pfundmeir.

„Ein Roboter heißt aber nicht, dass man gar nichts mehr machen muss“, warnt Naschetti vor falschen Erwartungen. So sollte der Mäher beispielsweise einen Sicherheitsabstand zu Teichen und Schwimmbecken einhalten. Ohnehin muss man den Rand des Rasens bei allen Modellen mit der Hand nachschneiden, denn aus Sicherheitsgründen ragt bei keinem Roboter das Mähwerk unter dem Gehäuse hervor. Außerdem braucht die Maschine gelegentliche Updates für die Software und regelmäßige Reinigung. Über den Winter ist sie trocken einzulagern – ein Service, den auch die Fachhändler anbieten. Ebenso wie die Reparatur vor Ort, wenn man zum Beispiel beim Unkrautjäten oder anderen Arbeiten versehentlich den Draht durchstochen hat. 1000 bis 2000 Euro sollte mindestens anlegen, wer sich so ein Gerät ins Haus holen will. Nach oben sind preislich kaum Grenzen gesetzt. Dazu kommt die Verlegung des Drahtes für das Magnetfeld. Das kann man zwar auch selber machen, doch die meisten Gartenbesitzer vertrauen auf die Profis. Das empfiehlt auch Christian Knieß von der gleichnamigen Eisenwarenhandlung in Friedberg. Er hat vor seinem Geschäft eine kleine Testfläche angesät, auf der die verschiedenen Modelle live zu beobachten sind. Denn nicht jedes Gerät ist für jeden Garten gleichermaßen geeignet. „Man kann das schlecht von der Stange verkaufen“, sagt Knieß. Der Fachmann weiß, wo die Knackpunkte liegen.

Tatsache ist: Wer einen Mähroboter hat, will auf seine Dienste nicht mehr verzichten. „Das sind super Dinger“, findet Simon Sedlmeyr, Chef der Firma Garten- und Landtechnik Sedlmeyr in Kissing. Seine eigene Mutter hat seit Jahren eines der frühen Exemplare im Einsatz und würde es nicht mehr hergeben. Und Christian Knieß hat die Erfahrung gemacht, dass die Roboter bei manchen Kunden regelrecht zur Familie gehören: „Die bekommen sogar einen Namen.“

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Gardena | Friedberg | Kissing

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Ein Artikel von
Thomas Gossner

Friedberger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Friedberg


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