Mittwoch, 13. Dezember 2017

20. Oktober 2017 19:58 Uhr

Gemeinderat in Mering

Ein Gewerbepark für den geheimen Mr. X

Mering plant ein Industriegebiet, das ganz genau auf einen Investor zugeschnitten ist. Doch was passiert, wenn dieser abspringt? Das bereitet einigen Sorgen

i

Noch liegen neben der Bahnhaltestelle St. Afra Felder. Aber die Gemeinde Mering möchte, dass westlich der Bahnlinie ein großes Gewerbepark entsteht.
Foto: Philipp Schröders (Archiv)

Einen 9,2 Hektar großen Gewerbepark plant der Markt Mering westlich der Bahnlinie. Passend zugeschnitten wird dieser auf einen Investor, der ein Unternehmen mit Logistik, aber auch Produktion errichten möchte. Um wen es sich handelt, das ist immer noch ein großes Geheimnis. Denn Bürgermeister Hans-Dieter Kandler darf den Namen nicht verraten.

Wie berichtet, hatte der Gemeinderat im August beschlossen, den Industrie- und Gewerbepark nördlich der Friedenaustraße auszuweisen. In seiner aktuellen Sitzung befasste er sich mit den Rückmeldungen aus der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung. Den Satzungsentwurf bekamen die Gemeinderäte druckfrisch auf den Tisch. Grünen-Fraktionsvorsitzende Petra von Thienen beantragte eine Vertagung, weil sie diesen nicht vorab zur Verfügung hatte.

ANZEIGE

Die Mehrheit im Gemeinderat lehnte das jedoch ab. Planer Werner Dehm brachte das Gremium auf den aktuellen Stand. Viele Themen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung wie etwa den Hochwasserschutz hatte er schon mit den Fachbehörden abgeklärt. Eine Herausforderung sind die nötigen Ausgleichsflächen. Laut Dehm konnten diese mittlerweile vollständig nachgewiesen werden und zwar mit Flächen, die dem Markt Mering gehören. Der Gesamtumfang sind rund 3,3 Hektar. Rund 2 Hektar – eine Ackerfläche am Hörlgraben und ein Gebiet am Langwiedgraben – dienen als Ausgleich für das Schutzgut Boden. Bezüglich des Artenschutzes müssen sich die Flächen in einer festgelegten Umgebung des Gewerbeparks befinden, dem so genannten Meringer Feld. Dabei geht es vor allem um Wiesenbrüter, wie den seltenen Kiebitz. Mehrere Acker- und Wiesenstücke mit einer Gesamtfläche von 1,3 Hektar kann der Markt Mering hier nachweisen.

Gewerbepark: Was ist, wenn der Investor abspringt?

Ein wenig Sorge bereitete den Gemeinderäten die Tatsache, dass alles auf diesen einen Investor ausgerichtet ist. Nur ein kleiner Teil des Geländes steht ja nach jetzigem Stand der Planung für andere Betriebe zur Verfügung (siehe Grafik). Was wäre, wenn der Investor abspringt, wollte CSU-Fraktionsführer Georg Resch wissen. Denn im Moment seien ja zusammenhängend drei große Hallen vorgesehen. Werner Dehm erläuterte, dass nur ein großes Baufenster aufgezeichnet ist. Innerhalb dieses könne der Gemeinderat bei Bedarf parzellieren, wie er möchte.

In dieser Hinsicht kritisierte Petra von Thienen, dass der Bebauungsplan ein Industriegebiet festlegt, dass keinerlei Beschränkungen habe. „Der Betrieb kann auch nach ein paar Jahren aufhören und dann ist hier nichts festgelegt“, sagte sie. Ihr Wunsch wäre es, dass bestimmte Industrie wie Chemiebetriebe nicht zugelassen sind. Alternativ hielte sie einen vorhaben bezogenen Bebauungsplan für sicherer. Grundsätzlich stehen die Grünen dem Gewerbepark ablehnend gegenüber. „Und wir wissen ja nicht einmal, welches Unternehmen das ist“, sagte die Fraktionsvorsitzende frustriert. Bürgermeister Kandler erwiderte, auch ihm wäre es lieber, wenn er den Namen nennen dürfe.

Standortentscheidung der Firma soll vor Weihnachten fallen

Florian Mayer (CSU), mahnte ebenfalls an, mögliche Nachfolgenutzungen zu bedenken. Werner Dehm erklärte, dass es für das Industriegebiet sehr wohl Einschränkungen gebe, nämlich durch die festgesetzten Lärmschutzkontingente. Auf Drängen Mayers erklärte er sich jedoch bereit, zu prüfen, ob rechtlich ein Ausschluss bestimmter Nutzungsarten möglich sei. Dehm hält es aber für unwahrscheinlich: „In einem Industriegebiet haben sie genau die Betriebe, die in allen anderen Bereichen nicht zulässig wären“, sagt er. Jede neue Nutzung komme jedoch auch als Bauantrag zur Entscheidung in den Gemeinderat, versuchte er zu beruhigen.

Wie Kandler erklärte, drängt die Zeit. Für ein Vorhaben dieser größe dauere die Genehmigung mindestens vier Monate. Deswegen arbeite der Vorhabenträger bereits an seinen Bauantrag. Mayer fragte nach, wann die Entscheidung des Investors für oder gegen den Standort Mering falle. Der Bürgermeister sagte, dass die Entscheider Anfang November in die Marktgemeinde kommen und noch vor Weihnachten die Entscheidung fallen solle.

Recht zügig ging der Gemeinderat die eingegangenen Stellungnahmen zu durch. Neben den Behörden meldeten sich auch Bürger aus St. Afra. Sie befürchten Lärm- und Geruchsbelästigung und beklagen den Verlust eines weiteren Stücks unbebauter Landschaft. Am Ende fasste der Gemeinderat mit vier Gegenstimmen den Billigungs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan sowie für die dafür erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans.

i

Ihr Wetter in Friedberg
13.12.1713.12.1714.12.1715.12.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                Schneeschauer
	                                            Wetter
	                                            Regenschauer
                                                Wetter
                                                Regenschauer
Unwetter1 C | 4 C
2 C | 7 C
-1 C | 7 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Top-Angebote

Ein Artikel von
Gönül Frey

Friedberger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Friedberg


Bauen + Wohnen

Beilage: Ferien Journal

Alle Infos zum Messenger-Dienst
Unternehmen aus der Region

Bade-Seen in der Region

Partnersuche