Dienstag, 25. April 2017

04. Januar 2016 12:00 Uhr

Kultur in Mering

Eine kleine Bühne mit ganz großen Plänen

Das Papiertheater "Multum in parvo" an der Augsburger Straße bereitet ein internationales Opernfestival vor Von Peter Stöbich

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Alle Theaterfans dürfen sich im neuen Jahr auf eine große Überraschung freuen: „In Mering werden die weltweit ersten Opernfestspiele für Papiertheaterbühnen stattfinden!“, kündigen Benno Mitschka und Christine Schenk an. Der von ihnen gegründete gemeinnützige Verein „Opera in stellis“ tritt als Veranstalter auf, Spielstätten werden vom 7. bis 9. Oktober 2016 das Bürgerzentrum Schlossmühle und das Papst Johannes-Haus sein.

Die Vorbereitungen für das Festival laufen bereits, denn auch Bühnen aus dem Ausland sollen nächstes Jahr Stücke wie „Frau Luna“ oder „My Fair Lady“ zeigen; das Programm mit geplanten 30 Aufführungen wird also nicht nur auf klassische Opern beschränkt sein und sicher auch viele Besucher von auswärts nach Mering locken.

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Seit Deutschlands kleinstes Opernhaus an der Augsburger Straße seinen Spielbetrieb im September 2014 eröffnet hat, kommen Zuschauer regelmäßig sogar bis aus Ingolstadt und München, um sich von dieser besonderen Kunstform bezaubern zu lassen. Von A wie Aida bis Z wie Zauberflöte reichte im ersten Jahr der anspruchsvolle Spielplan mit insgesamt 150 Aufführungen.

„Dass wir alle drei Monate eine Neuinszenierung auf die Beine gestellt haben, das war schon etwas stressig“, räumt Benno Mitschka ein. Der gelernte Germanist, Theaterwissenschaftler und Filmemacher hat als Filmstudent in London von Grund auf alles über das Geschichten-Erzählen und die Regeln der Dramaturgie gelernt. Ihn hatte bei einem Besuch des Münchner Stadtmuseums die Faszination zur Miniatur-Theaterwelt gepackt, als er eine alte Bühne mit detailreichen Kulissen entdeckte. Heute deckt das Familienunternehmen von Mering aus weltweit alle Bedürfnisse rund ums Papiertheater ab.

„Wir liefern wir alles aus einer Hand“, sagt Christine Schenk, „von der Konzeptionierung über die Produktion bis hin zum Internet-Vertrieb wird jeder Schritt unter einem Dach erarbeitet und umgesetzt.“ Unter anderem gibt es Texthefte, Figuren- und Kulissenbögen, Bauanleitungen, aber auch Postkarten zum Sammeln oder Verschicken sowie für Einsteiger Theater im Taschenformat. „Besonders am Herzen liegen uns Kinder, die in regelmäßigen Workshops Spaß an der Kultur, Begeisterung für historische und aktuelle Stoffe und Freude am eigenen Inszenieren und Theaterspielen entwickeln sollen.“

Mit seiner kleinen Bühne hat das Künstler- und Ehepaar noch große Pläne: „Unser Festival möchten wir gern mit Musik und Lesungen verbinden und auch Touristen nach Mering holen“, so Mitschka. Deshalb ist das Theater seit kurzem Mitglied bei der Regio Augsburg; es könnte auch vom bevorstehenden Shakespeare-Jahr profitieren, denn 2016 jährt sich der Todestag des englischen Dramatikers und Dichters William Shakespeare zum 400. Mal. Zunächst stehen im neuen Jahr aber nicht Hamlet oder Othello auf dem Spielplan, sondern Georges Bizets „Carmen“; die Opern-Premiere ist für Freitag, 29. April, geplant.

„In einer hektischen, überdrehten Zeit wollen wir unser Publikum entschleunigen und für eine Stunde in eine andere Welt entführen“, sagt Christine Schenk. Trickreiche Computertechnik, moderne LED-Beleuchtung und Nebelmaschine - alles ist wie in einem großen Theater, nur die Figuren und der Zuschauerraum direkt am Meringer Kreisverkehr sind wesentlich kleiner. „Doch unser technischer Aufwand steht dem eines echten Opernhauses kaum nach“, stellt das Paar fest, „allein in der Zauberflöte gibt es ein Dutzend Bühnenbilder mit 94 Figuren.“

Papiertheater ist im Prinzip so etwas wie die 3D-Spielkonsole eines theaterbegeisterten Bildungsbürgers im 19. Jahrhundert. Gerade Schwaben kann hier auf eine lange Tradition zurückblicken, denn die Augsburger Kupferstecher Martin und Christian Engelbrecht gelten mit ihren Guckkasten-Blättern und Papierkrippen als Wegbereiter. Nach ihrem Theaterbesuch kauften früher viele Zuschauer Ausschneidebögen mit Dekors und Figurinen, die sich im Design an die Aufführung anlehnten. Im Kreise der Familie bastelte man dann die Kulissen, schnitt Darsteller aus und erweckte das Ganze durch phantasievolle Inszenierung zum Leben.

Termine Die nächsten Vorstellungen im neuen Jahr sind Hänsel und Gretel am 15., 16. und 17. Januar, Faust am 22., 23. und 24. Januar, der fliegende Holländer am 29., 30. und 31. Januar, Aida am 5., 6. und 7. Februar sowie Turandot am 12., 13. und 14. Februar. Danach geht es mit der Zauberflöte und dem Freischütz weiter, eine Besonderheit ist der Sonntags-Brunch im Theater jeweils um 11 Uhr.

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