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01. Juni 2009 18:40 Uhr

Paralympics-Athleten starten in Friedber

Erstaunliche Leistungen mit Handicap

Erschöpft stützt sich Natalie Simanowski auf den Lenker ihres Rennrads. Zufrieden ist sie, mit dem Verlauf des Rennens und mit ihrer Leistung. Nur als Erste vorneweg zu fahren, das war für die Augsburgerin nicht ganz leicht: "Irgendwie bin ich motivierter, wenn ich jemanden vor mir habe." Gemeinsam mit sieben weiteren Paralympics-Teilnehmern stellte sich Simanowski am Sonntag dem Einzelzeitfahren der Bayern-Rundfahrt in Friedberg.

Die einzige Frau unter lauter Männern zu sein, habe sie nicht gestört, schließlich sei sie es nicht anders gewöhnt. Viel langsamer als der Fahrer vor ihr, Erich Winkler aus Geisenhausen, war sie ohnehin nicht - und der sagt: "Ich habe das Ziel, das ich mir für heute gesteckt hatte, erreicht." Dafür hält er sich auch an einen strengen Trainingsplan: Weil er sich gerade in der Wettkampfphase befindet, wird der Körper unter der Woche weniger stark belastet. Am Tag vor dem Rennen gibt es jeweils eine kurze Vorbelastung. Als Profisportler folgt Winkler zudem ganz bestimmten Ernährungsregeln: Am Dienstag und Mittwoch gibt es immer viele Kohlenhydrate und Eiweiß, wenig Fett. Am Tag vor dem Rennen isst er dann nicht mehr so viel. Vor dem Start noch mal ein kräftiges Frühstück, dann kann es losgehen.

Tobias Graf konnte diesmal seinen Plan nicht hundertprozentig einhalten. Er war in der vergangenen Woche ein bisschen erkältet. Doch gerade weil die Vorbereitung nicht optimal gewesen sei, finde er seine Zeit absolut okay. "Die Route war nicht ganz einfach, gerade mit dem Berg am Schluss", gibt er zu. Wie geschickt er sich mit nur einem Bein auf dem Fahrrad hält, beeindruckte die Zuschauer sehr.

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Die Letzten werden die Ersten sein

Auch der Sieger unter den Paralympics-Fahrern, Wolfgang Sacher, beschreibt den "welligen Kurs" als anspruchsvoll: "Aber das liegt mir, da kann ich gut bergauf drücken", erzählt er, "das ist für mich auch nicht so gefährlich." Gerade der Zielanstieg habe schon wehgetan, mit zwei Armen tue sich ein Sportler da wohl doch leichter. Von Wettkämpfen an den vergangenen Wochenenden sei er noch erschöpft gewesen, und doch erzielte er die Bestzeit. "Ich habe ziemlich schnell die beiden Fahrer vor mir eingeholt, da war ich natürlich sehr motiviert", sagt Sacher. Das zahlte sich aus: Als Letzter gestartet, fuhr er schließlich als Erster ins Ziel.

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