Wie geht es mit dem Friedberger Schloss weiter? Der Stadtrat hat nun dem Umbau beschlossen. Vorausgegangen war ein Schlagabtausch zwischen Bürgermeister und seinem Finanzreferenten. Von leerem Gerede und Worthülsen war die Rede.


Friedberg. Äußerlich gelassen nahm Bürgermeister Dr. Peter Bergmair die Attacke seines Finanzreferenten Wolfgang Schuß hin. Der hatte sich in Sachen Schloss zuvor auf die Seite der CSU geschlagen und seinem Chef in ungewohnt scharfer Weise widersprochen: Der Nachweis der finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt sei nicht erbracht, zudem gebe es weder ein Konzept noch eine Kostenkalkulation für den künftigen Betrieb des Schlosses. Den Befürwortern des Umbaus warf Schuß sogar vor, aus dem Bauch heraus zu argumentieren und nur Worthülsen zu verwenden.
Kritik erntete Schuß dafür von Bergmairs Stellvertreter Roland Fuchs. "Wenn Ihre Hypothese stimmt, hätte auch der Haushalt 2010 nicht beschlossen werden dürfen", sagte Fuchs angesichts der ungesicherten Grundstückserlöse, die im Etat schon als Einnahmen verbucht sind. Auch Franz Reißner (SPD) reagierte auf Schuß' Äußerungen. Es sei die Aufgabe des Finanzreferenten, die Finanzierung zu sichern: "Dafür werden Sie bezahlt." Claudia Eser-Schuberth (Grüne) hielt Schuß vor, sich noch vor Kurzem ganz anders geäußert zu haben. Schuß konterte, Eser-Schuberth zitiere ihn falsch.
Der Finanzreferent war bei der Bürgermeisterwahl 2008 als parteifreier Kandidat der CSU gegen Amtsinhaber Bergmair angetreten und deutlich mit 32 Prozent unterlegen. Bergmair nahm es Schuß übel, dass dieser ihm seine Kandidatur für die CSU mit keiner Silbe angekündigt hatte. Schuß ging einem offenen Wort auch dann noch aus dem Weg, als die CSU-Mehrheit im Stadtrat seine Amtszeit als Referent vorzeitig verlängerte, um ihn für den Fall einer Niederlage abzusichern.
Im November vergangenen Jahres hatte die CSU Schuß bei der Wahl des Stadtkämmerers von München ins Rennen geschickt. Auch dort erhielt er nur 22 von 82 Stimmen. (gth)
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