Montag, 21. August 2017

09. November 2014 18:44 Uhr

Demo im Brugger Forst

Gegenwind für die Befürworter

Im Wald bei Adelzhausen wurde eine Informationsveranstaltung der Volkshochschule durch Mitgliedern von gleich 17 Bürgerinitiativen verbal unter Druck gesetzt Von Manfred Sailer

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Die Windkraftgegner wollten im Adelzhausener Wald symbolisch den Naturschutz in einem Sarg zu Grabe tragen. Anlass der Demonstration war eine Veranstaltung der Volkshochschule direkt am entstehenden Windrad im Brugger Wald.
Foto: Manfred Sailer

Mehr als 200 Menschen haben im Wald bei Brugger lautstark und kreativ gegen Windkraftnutzung demonstriert. Weitgehend unbeachtet von Polizei und Behörden zogen die Anhänger von 17 Bürgerinitiativen (BI) aus der Region zu einer Informationsveranstaltung der Vhs-Altomünster zu einem von fünf Windrädern mitten im Wald. Dort holten sich rund 100 Interessierte gerade Informationen aus erster Hand. Die Teilnehmer an der Vhs-Veranstaltung hatten sich sachliche Infos über den Windpark erwartet. Dies sollte es von Franz Uhl, Geschäftsführer der Firma Uhl Windkraft Projektierung aus Ellwangen und seinem Planer Karl-Heinz Linke auch geben. Allerdings nicht, ohne auch die Gegenseite zu bemerken.

In wenigen Wochen soll der Windpark ans Netz gehen

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Die fünf neuen Windkraftanlagen im Adelzhausener Forst bilden den Windpark Brugger. Dieser soll in wenigen Wochen nach einer umfangreichen, fast achtjährigen Planungs-, Genehmigungs- und Bauphase ans Netz gehen und Strom produzieren. Auf dem Weg durch den Wald ahnten die Vhs-Teilnehmer noch nicht viel. Von Demonstranten war nichts zu sehen. Nur einige windkraftkritische Transparente waren am Weg aufgestellt. Gut eine Stunde verlief die Vhs-Veranstaltung ruhig und informativ. Bürgerfragen – auch kritische – wurden von Linke und Uhl beantwortet. Dann wurde es unruhig. An der Absperrung rund um das Windrad sammelten sich immer mehr Menschen mit Transparenten. Am Ende waren es dann rund 200 Windkraftgegner die sich mit lautem Rufen Gehör verschaffen wollten. Elfriede Eisenhofer von der BI Gegenwind Petershausen (Landkreis Dachau) war eine von ihnen. Sie freute sich, dass so viele Gegner zusammengekommen waren. 17 Bürgerinitiativen von Starnberg über Fürstenfeldbruck und Dachau bis aus dem Landkreis Aichach-Friedberg machten bei der Demo mit. Dr. Johannes Mayer aus Friedberg, Vorstandsmitglied der BI Bürger für Transparenz und Gesundheit, führte eine Gruppe „Wallfahrer“ aus dem Aichacher Land, die „spontan“ an der Demo teilnahm. Zwischen Aichach, Dasing und Sielenbach soll ebenfalls ein Windpark entstehen, den sie verhindern wollen. Mayer: „Wir sind keine Windkraftgegner, sondern dagegen, dass Windkraftanlagen zu nah an Siedlungen gebaut werden. In Rieden (Landkreis Aichach-Friedberg) sollen es nur 890 Meter Abstand werden. Infraschall ist bis zu einer Entfernung von 1500 Metern gesundheitsschädlich.“

Auch im Landkreis Dachau sollen sich bei Welshofen bald weitere, rund 200 Meter hohe Rotoren drehen. Helmut Bayer von der BI Unser Buchwald aus Welshofen (Landkreis Dachau) kam mit 15 Windkraftgegner zur Demo im Wald: „Wir sind sauer. Der Gesundheitsschutz für die Menschen bezüglich Infraschall wird nicht ausreichend berücksichtig.“ Einige Vhs-Teilnehmer waren deutlich verärgert, weil sie wegen der Rufe der Demonstranten nicht mehr alle Ausführungen der Referenten verstehen konnten. Einige Streitgespräche zwischen Befürwortern und Gegner entwickelten sich, aber alles blieb trotz mancher rhetorischen Härte, friedlich und gewaltlos.

Ruhig und gelassen reagierten die Vhs-Verantwortlichen. Sie ließen sich nicht aus dem Konzept bringen. Geduldig wurden Fragen bis zum Ende beantwortet. Auch die Frage, an wen die fünf Rotoren verkauft worden sind, wurde geklärt. Die Commerzbank Hamburg hat den gesamten Windpark vermarktet und in einem geschlossenen Fonds an namentlich nicht genannte Investoren verkauft. Die Gemeinden vor Ort sind nicht an dem Windpark beteiligt, zeigten aber auch kein Interesse daran, so Uhl. Auch Bürgerbeteiligungen gibt es aus dem gleichen Grund nicht. Am Schluss gab es von Vhs-Vorsitzenden Konrad Wagner einen Geschenkkorb für die fachkompetenten Auskünfte und von den Demonstranten Pfiffe für Dr. Karl-Heinz Linke und Franz Uhl.

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