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07. September 2010 17:25 Uhr

Friedberg

Glücksgefühle zwischen Schlussakkord und Applaus

Ungebrochenen Kampfgeist zeigt Peter Walcher seit fast 30 Jahren. Obwohl er schon 73 Jahre alt ist, fehlt er bei keiner Veranstaltung des Kammerorchesters. Aber nicht nur sein musikalisches Talent an der Bratsche ist dabei gefragt.

Friedberg. Ungebrochenen Kampfgeist zeigt Peter Walcher seit fast 30 Jahren. Obwohl er schon 73 Jahre alt ist, fehlt er bei keiner Veranstaltung des Kammerorchesters. Aber nicht nur sein musikalisches Talent an der Bratsche ist dabei gefragt, denn er scheut auch keine körperlichen Arbeiten.

"Seit 1954 war ich in einem Liederkranz in der Nähe von Stuttgart. Dort haben wir ein sehr schönes Oratorium gesungen, das war unglaublich", erzählte der pensionierte Lehrer. Bis jetzt sei seine Begeisterung für die Musik nicht erloschen. Daher ist er auch beim Friedberger Kammerorchester seit der Gründung im Jahre 1981 mit dabei und ist mittlerweile stellvertretender Vorsitzender. Als solcher ist er immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird.

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Aber sein Engagement erstreckt sich noch über Friedberg hinaus, denn er ist auch Sänger beim philharmonischen Chor in Augsburg. In Friedberg hat er sehr schöne Erlebnisse beim Kammerorchester: "Es ist ein überwältigendes Gefühl, wenn man ein Stück sehr gut aufführt. In dem Moment zwischen Schlussakkord und Applaus kommen echte Glücksgefühle auf."

Diese Begeisterung stelle sich vor allem dann ein, wenn man auf ein Stück sehr lange geübt hat. Bei solchen Proben ist Walcher sehr zielstrebig: "Ich mag es überhaupt nicht, wenn man zwei Stunden lang ohne Pause probt und trotzdem nicht weiterkommt." Auch im Augenblick steckt der 73-Jährige wieder mitten in den Vorbereitungen, diesmal für eine Aufführung in der Synagoge in Augsburg, die im Oktober stattfinden wird.

Neben seinen Künsten an der Bratsche kommen auf Walcher aber auch andere Aufgaben zu. "Wir müssen auch meist die Säle bestuhlen und die Podeste aufstellen. Da dürfen dann auch die über 70-Jährigen ran", verriet er. Außerdem wurde er schon oft beauftragt, Bühnenteile mit dem Laster herumzufahren. Aber trotz seines Alters habe er diese physische Belastung stets gut gemeistert: "Manchmal glaube ich, dass ich als Stuhlträger mehr Verdienste erworben habe denn als Musiker."

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