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30. Januar 2009 04:48 Uhr

Graffitikunst kontra illegale Schmiererei

Mering/Augsburg (riem) - Sieben junge Männer, eine Gruppe: die Bunten. Die Jungs haben alle eine abgeschlossene Berufsausbildung und fünf davon büffeln wieder für das Abitur. Die unterschiedlichsten Motive führten dazu, sich in Graffiti, anfangs auch einfach nur Schmierereien, auszudrücken. "Psychic", einer der älteren Jahrgänge in der hiesigen Sprayer-Szene, befasst sich durchaus ernsthaft mit dieser Ausdrucksform.

Mit der Aktion GraffitiKontakt im Rahmen des Meringer Kunst- und Kulturfrühlings 2009 stellen sieben Graffitikünstler am 15. März ihre legalen Werke vor, die anschließend in der freien Landschaft rund um Mering zu sehen sind. In lockerer Folge stellen wir ihnen diese kurz vor.

Legale Flächen zum Sprayen sind selten in Mering und Umgebung. "Es wird wenig getan für die Sprayer", erklärte Christian Rappl, alias Psychic aus Augsburg, einer der sieben Künstler, "deshalb haben wir eine eigene Gruppe gegründet. Ein Treff, wo Partys dafür organisiert werden können und eine Anlaufstelle für die Sprayer geschaffen wird". Zu der Gruppe "die Bunten" zählen Jonas Johnke, Stimpy, Bonsai, André Rößner, Florian Tschech und Daniel Tröster. Die Initiative dazu kommt aus ihren eigenen Reihen. Psychic engagiert sich für die Legalität und erhält Unterstützung vom Stadtjugendring Augsburg, mit dem er eine Jugendinitiative gründet, die den Jugendlichen eine Anlaufstelle bietet. "Graffiti hat sich als eigenständige Kunstform entwickelt und etabliert. Es ist an der Zeit, dass auch die Städte diese Entwicklung wahrnehmen und ihr entsprechend Rechnung trägt." Denn es reiche nicht aus, dass nur ab und zu Graffiti-Ferienprojekte für Jugendliche angeboten werden.

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Fundiertes Konzept erarbeitet

"Dafür wird ein fundiertes Konzept erarbeitet, das die unterschiedlichen Bedürfnisse der Jugendlichen berücksichtigt." Schon seit vielen Jahren hat sich der Künstler der Legalität verschrieben und hofft in Zusammenarbeit mit seinen Kollegen, noch viele illegale Writer zu motivieren, sich der Gruppe eventuell anzuschließen, damit nach Auswegen und Lösungen gesucht werden kann. Anlaufstelle ist auch sein Laden in der Augsburger Schmiedgasse. Für die Zukunft haben die "Bunten" noch viel vor. Sich selbst ein wenig als Stadtverschönerer betrachtend, hoffen sie, dank der Akzeptanz in Augsburg und Mering für ihre Kunst, damit ein wenig mehr auf die Orte aufmerksam machen zu können. "Beide Orte bieten so viele Möglichkeiten", merkte Psychic an. "Vielleicht wird die Stadt ja mal für ihre Graffitikunst bekannt statt nur für schlechte Stadtplanung".

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