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29. April 2010 18:20 Uhr

Friedberg

Gute Gedanken für gute Gefühle

Schneller durch Hypnose: Markus Schuh macht ein interessantes Experiment mit vier Sprintern der DJK Friedberg und das zeigt durchaus verblüffende Resultate. Von Peter Kleist

Das Ergebnis des kleinen Experiments auf der Rothenberg-Sportanlage war beeindruckend. Vier Sprinter der DJK Friedberg - Stefan Gorol, Timon Sasse, Konstantin Bauer und Fabian Böck - hatten sich für einen Hypnoseversuch mit Markus Schuh bereit erklärt - und staunten am Ende nicht schlecht. Schließlich hatten sich alle innerhalb kürzester Zeit deutlich gesteigert.

Steigerung um drei Zehntelsekunden

Der Versuch war einfach. Die Sprinter gaben eine "Referenzzeit" - in diesem Fall ihre Bestzeit - über 100 Meter an, liefen die Strecke anschließend, ließen sich dann hypnotisieren und liefen die Strecke erneut. Der Unterschied zwischen den Zeiten vor und nach der Hypnose war frappierend. "Die haben sich alle um rund drei Zehntelsekunden gesteigert", konnte DJK-Trainer und Zeitnehmer Heinz Schrall begeistert feststellen. Dass die vier beim ersten Lauf nicht mit angezogener Handbremse unterwegs waren, zeigten die erreichten Zeiten, die alle im Bereich der jeweiligen persönlichen Bestzeiten angesiedelt waren. "Zwar nur handgestoppt, aber immerhin", meinte Heinz Schrall. So lief Stefan Gorol die 100 Meter vor der Hypnose in 11,10 Sekunden, nach der rund 20-minütigen Sitzung mit Markus Schuh blieb die Uhr bei 10,8 Sekunden stehen. Ähnlich deutlich sah es bei den anderen aus. Timon Sasse (11,6 und 11,3), Konstantin Bauer (11,9 und 11,6) und Fabian Böck (11,5 und 11,2) waren ebenfalls schneller unterwegs als vorher. "Ich hatte schon damit gerechnet, dass sie sich steigern würden", freute sich auch Hypnotiseur Markus Schuh.

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Der 36-jährige Friedberger sah sich mit dem Experiment in seiner Anschauung bestätigt, dass Hypnose auch zur sportlichen Leistungssteigerung taugt. "Allerdings muss man vorausschicken, dass die vier ja schon ausgezeichnete Sportler sind und ich ihnen mit der Hypnose nur mehr den letzten Kick geben kann", betonte Schuh. Mit der Hypnose könne man niemanden zum "Supersportler" machen, sondern man könne nur die Aufmerksamkeit erhöhen, die Konzentration schärfen und die Nervosität lindern, ließ Schuh wissen. Hypnose sei also ein Zustand der erhöhten Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache, meinte er weiter, was allerdings auch nur dann funktioniere, wenn die Versuchspersonen sich nicht gegen die Hypnose sperren würden, wie Schuh betonte.

Die vier DJKler standen dem Experiment äußerst aufgeschlossen gegenüber - allen voran Stefan Gorol, der schon bei den deutschen Meisterschaften einmal erfolgreich mit Schuh zusammengearbeitet hatte. Nach dem Lauf Nummer eins ging es hinab in die "Katakomben" der Rothenberghalle, genauer gesagt in den Kraftraum. Dort legten sich die vier auf Matratzen und lauschten konzentriert den Worten Schuhs, der die Athleten überraschend schnell in eine leichte Trance versetzte. "Mit meinen Worten trage ich dazu bei, dass sich die Sportler erst entspannen und sich dann im Unterbewusstsein voll auf ihre Sache konzentieren", führte Schuh aus. Es gelte, positive Empfindungen zu vermitteln. "Deshalb vermeide ich das Wort ,nicht' bei meinen Hypnosen", so Schuh. Der Hypnotiseur suggerierte den Läufern, dass sie ein angenehmes Gefühl empfinden, störende Geräusche ausblenden und "Energie auftanken" würden. "Das ist deine Power, die in dich hineinströmt", erklärte Schuh den Sportlern mit seiner angenehmen Stimme. "Konzentriere dich auf das, was vor dir liegt, spiele den Lauf durch", forderte er von den scheinbar schlafenden Gorol und Co. Auch kurze Berührungen an der Stirn der Läufer gehörten zum Prozedere.

Nach 20 Minuten weckte Schuh seine vier Kandidaten wieder auf und fragte sofort: "Wie fühlt ihr euch?" Die Antworten stimmten Schuh positiv, jeder der vier erklärte, dass er sich alles gut habe vorstellen können. Und dann ging es wieder nach draußen, zum zweiten Teil des Experiments - und zum beschriebenen verblüffenden Resultat.

Wissenschaftlich untermauert ist eine Leistungssteigerung nicht

"Je besser sich ein Kandidat das vorstellen kann, was ich ihm suggeriere, umso besser ist das Ergebnis", erklärte Schuh. "Jeder gute Gedanke löst ein gutes Gefühl aus", glaubt er. Wissenschaftlich untermauert ist die Steigerung sportlicher Leistungen unter Hypnose noch nicht - doch Markus Schuh würde sich freuen, würden sich beispielsweise Universitätsinstitute für seine Arbeit interessieren. Peter Kleist

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