Freitag, 22. September 2017

31. August 2015 10:23 Uhr

Friedberg

Hier bekommen todgeweihte Tiere ein neues Zuhause

Warum drei Frauen sich für die alten Rinder einsetzen und wie der Gnadenhof in Friedberg zu seinem Namen „Scottmaring“ kam. Er ist nicht der einzige in der Region.

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Sabine Bessinger, Birgit Zielauf und Nicole Tschierse (von links) vom Verein „Weil Tiere lieber leben“ sorgen sich um ihre Kühe, die sie vor der Schlachtbank gerettet haben.
Foto: Sebastian Richly

Von A wie Alma bis Z wie Zilly. 26 Buchstaben, 26 Namen – 26 Rinder hat Nicole Tschierse vor dem sicheren Tod gerettet. Die meisten leben auf ihrem Gnadenhof im Friedberger Stadtteil Ottmaring. Dort werden die Tiere rund um die Uhr versorgt. In der Region gibt es noch weitere Gnadenhöfe, wie etwa Gut Morhard in Königsbrunn. Im Gegensatz zu einem Tierheim bieten solche Höfe einen dauerhaften Aufenthalt.

"Ich kann nicht alle retten"

„Ich möchte den Tieren ein würdevolles Leben schenken“, sagt Tschierse. Sie ist Tierärztin und arbeitet in einem Schlachtbetrieb. Sie bekommt fast täglich mit, wie Tiere leiden. Es geht ihr oft nahe. Im vorigen Jahr hat sie einen Verein gegründet, um Tiere vor dem sicheren Tod zu retten. Ein Widerspruch? Die Veganerin sagt nein: „So kann ich vor Ort als Tierärztin etwas bewirken, denn ich erkenne, wie es den Tieren geht.“ Zudem betreibt sie eine mobile Praxis und macht Hausbesuche. Seit 2007 arbeitet sie in dem kleinen Schlachtbetrieb. „Das kam spontan. Ich sollte einen Kollegen vertreten und bin dann geblieben.“ Ebenso spontan erfolgen die Tierrettungen. „Ich kann nicht alle retten. Es kommt auf die Situation an. Wenn mich Tiere sehr berühren, dann handle ich. Mein Herz schlägt eher für die Älteren.“ Das Problem: „Nutztiere werden normalerweise nicht so alt, deshalb kennt sich keiner mit ihnen aus“, sagt Tschierse. Auch gebe es keine entsprechenden Medikamente. Wenn sie ein Tier retten will, kauft sie es frei. Im Sommer 2013 spendeten nach einem ersten Facebook-Aufruf über 600 Menschen Geld für die Rettung von Tieren. Seitdem hat sie über 20 Rinder vor der Schlachtbank bewahrt.

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Der Verein heißt „Weil Tiere lieber leben“, hat rund 30 Mitglieder, vor allem Frauen. Die Zahl der Unterstützer ist viel größer. Sogar aus ganz Deutschland beteiligen sich Menschen an den Projekten. Unterstützt wird Tschierse von Birgit Zielauf. Sie hilft auf dem Hof mit und kümmert sich als Kassiererin um die Finanzen im Verein. Zudem führt sie ein privates Altersheim für Katzen. Komplettiert wird die Vereinsspitze von Sabine Bessinger. Die Krankenschwester kümmert sich neben den Tieren auf dem Hof auch um Straßenhunde. Die Vorsitzende hat sich darauf spezialisiert, Hunde aus überfüllten spanischen Tierheimen zu befreien und zu vermitteln. „Wir kämpfen gemeinsam gegen die Leiden, die Tiere in dieser Welt täglich erfahren (müssen). Für uns sind sie Freunde und nicht nur ein Stück Fleisch“, sagen die drei Frauen. Auf der Homepage informieren sie weiter: „Wir wollen die Menschen aufklären und ihnen klar machen, was auf ihren Tellern landet.“

Das Gelände gleicht einem Streichelzoo

Der Gnadenhof in Ottmaring ist ein eingezäuntes Gelände, auf dem schon vor 20 Jahren Hobbytierhaltung betrieben wurde. Jetzt ist es eine Zuflucht. Nicht nur für Rinder, sondern auch für andere Tiere. Benannt ist der Hof „Scottmaring“ nach Ziegenbock Scotty, der einst als Osterbraten auf den Tisch sollte.

Das Gelände gleicht einem Streichelzoo: Kinder kommen vorbei, dürfen die Tiere auch anfassen. Allerdings nicht füttern. Mit Passanten entstehen nette Gespräche am Zaun. Fast täglich sind die drei Frauen auf dem Hof. Ausmisten, Füttern und Aufpassen – die Liste der Aufgaben ist lang. Es gibt immer etwas zu tun, freiwillige Helfer unterstützen sie. Aber die Anstrengung lohnt sich. Tschierse merkt den Tieren das neue Leben an: „Man spürt die Lebensfreude, wenn man mit ihnen in Kontakt kommt.“

Auch in Zukunft wollen die Tierfreunde Leben retten: Nach den ersten 26 Rindern „geht das Alphabet von vorne los“, sagt Tschierse. Und wird von Kuh Alma abgeknutscht.

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Ein Artikel von
Sebastian Richly

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