In einer ungewöhnlichen Zeremonie verabschiedete sich der Gemeinderat Mering von einem schwer kranken Kollegen. Hohes Lob und Beifall im Stehen gab es für Wolfgang Raab. Von Anton Schlickenrieder

Erhobenen Hauptes, aber auch sichtbar gezeichnet, hatte sich Raab der Verpflichtung gestellt. Und Kandler schaffte es, die schwierige Zeremonie vor den vielen Zuhörern im Sitzungssaal unverkrampft ablaufen zu lassen. "Du warst kein Selbstdarsteller, sondern hattest immer ein Ziel vor Augen. Dabei hast Du geschickt immer wieder das Wort ,wir' verwendet und die anderen so eingebunden, dass sie Dinge mitgegangen sind, die sie selbst eigentlich nicht wollten." Etwa das Unwetterforschungsprojekt "Safe", bei dem der Markt Mering als Pilotanwender dabei ist. Raab habe auch das Ansehen von Bündnis 90/Die Grünen gesteigert. Die Fraktion besaß, als er im November 1994 für Angela Fürstenau nachrückte, zwei Mandate - vier sind es heute. "Du hast aber auch mit Deiner ruhigen und besonnenen Art zur Versachlichung beigetragen, wenn wir uns mit unseren Wortbeiträgen wieder einmal im Dschungel verrannten", so Kandler.
Der 52-jährige Diplomingenieur Raab fungierte als Fraktionssprecher, war über die Jahre Mitglied im Bauausschuss, im Abwasserzweckverband, in der VG-Versammlung, im Rechnungsprüfungs- und im Hauptausschuss. Ein Geschenk und Blumen für Marlene Schuster-Raab rundeten die Feier ab. "Mich hat es gefreut, dass so viele mit mir nachgedacht haben und dass so viel Gemeinsames entstanden ist", bedankte sich der Geehrte bei seinen ehemaligen Ratskollegen. Die Feier habe ihn sehr beeindruckt - mit "Standing Ovations" nahm das gesamte Gremium offiziell Abschied.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: