Freitag, 22. September 2017

30. Mai 2011 15:19 Uhr

Stall

Hühnermastgegner können wählen

Landwirt bietet an, entweder die Tierart zu wechseln oder den Standort weiter weg zu verlegen. Oder ein Immissionsgutachten machen zu lassen – gegen Garantien

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Baindlkirch Es ist nach wie vor Bewegung in den Verhandlungen um den Baindlkircher Hühnermaststall im Süden der Ortschaft. „Ich gehe davon aus, dass wir noch eine gemeinsame Linie finden“, sagt Eberhard Scheuffele, Landwirt und Antragsteller. Dieser Eindruck sei sogar noch leicht gewachsen seit der Fahrt zum Geflügelmastbetrieb in Unterzeitlbach. Wobei er sich dagegen verwehrt, dass dort „Lebendprodukte“ gehalten werden, wie es die Bürgerinitiative „Gemeinschaft zur Erhaltung der Lebensqualität in Baindlkirch“ (BI) in einer Pressemitteilung nannte. „Es sind immer noch Tiere, die wir halten.“

Etwa zwei Stunden lang habe der dortige Besitzer geduldig alle Fragen beantwortet, auch alle Besucher in den Vorraum gelassen, der durch eine Glasscheibe von den Hähnchen in dem etwa 1700 Quadratmeter großen Stall getrennt ist. Scheuffele hatte den Eindruck, dass viele BI-Mitglieder inzwischen nicht mehr ganz strikt dagegen sind, sich ein landwirtschaftliches Gebäude in der Nähe Baindlkirchs „vorstellen können“, wie er sagt.

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An deren Adresse wenden sich auch zwei Angebote, die er gemacht hat: Entweder ist er bereit, die Tierart zu wechseln (hin zur Bullenmast, die Scheuffele sowieso betreibt), den Stall aber in etwa 250 Meter Entfernung zur Ortschaft zu errichten. Oder er verlegt den Hühnermaststall an einen anderen Standort etwa 700 Meter vom Ortsrand entfernt. „Die BI soll mir sagen, was sie will, dann lasse ich das prüfen. Ich prüfe aber nicht fünf Standorte“, so der Landwirt.

Das einzige Problem aus seiner Sicht – und übrigens auch der von Rieds Bürgermeister Anton Drexl: „Beides hat Stefan Müller, der Sprecher der BI, abgelehnt. Er will einfach kein Gebäude.“ Das stimme so nicht, sagt BI-Sprecherin Anja-Marion Müller: „Wir wollen gerne, dass ein Bebauungsplan und ein Flächennutzungsplan aufgestellt wird. Ansonsten sind wir eh in Gesprächen mit allen Fraktionen und natürlich an einem Kompromiss interessiert.“ Beim zweiten Angebot wäre der Bauer bereit, ein entsprechendes Gutachten erstellen zu lassen. „Das kostet mich aber etwa 5000 Euro. Die bin ich aber nur bereit, auszugeben, wenn mir von der BI garantiert wird, dass sie das Resultat des Gutachtens akzeptieren würden. Das machen die aber nicht.“ Für Scheuffele fällt diese Alternative also weg.

Aus dem eigenen Termin vom Bürgermeister ausgeladen

Weg fiel auch die gemeinsame Fahrt nach München zu Dr. Franz Dirnberger vom Bayerischen Gemeindetag. Drexl erläutert, warum er die BI wieder ausgeladen hat: „Als die das Bürgerbegehren im Alleingang gestartet haben, mussten wir als Gemeinde unsere eigenen Belange prüfen lassen. Jetzt geht es um eine Entscheidung, welcher Standpunkt richtig ist. Und da konnten wir die BI nicht mehr mitnehmen.“ Der Rechtsanwalt der Gemeinde fuhr mit. Dieser Termin war auf Initiative von BI-Initiator Stefan Müller zustande gekommen – diesem wiederum platzte der Kragen, als er „beiläufig“, wie es die BI-Sprecherin nannte, erfuhr, dass er aus seinem selbst angeregten Termin ausgeladen und „auch noch selbst daran schuld“ sei.

Zu Wort meldete sich auch BBV-Obmann Reinhard Herb. „Als Kreisrat und Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes sehe ich mich verpflichtet, einige Dinge klarzustellen.“ Herb wies darauf hin, dass Scheuffele alles mögliche tue, um die Situation zu entschärfen. Darum habe es ihm besonders missfallen, dass Stefan Müller während der Maststall-Besichtigung „in einem explosionsartigen Wutanfall umher schrie und Bürgermeister Drexl verbal massiv angriff.“ Er habe damit „alles wieder zunichte gemacht, was sich an Vernunft und Kompromissbereitschaft zeigte. Es ist für mich ein massiver Vertrauensbruch, wie Herr Müller mit den Wahrheiten und Fakten umgeht.“ Bauern wie Fachleuten werde unterstellt, sie hätten keine Ahnung, seien befangen und ließen alles unberücksichtigt, was wichtig ist.

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