Freitag, 9. Dezember 2016

19. März 2013 00:32 Uhr

Vortrag

Kühe können helfen, den Klimawandel zu begrenzen

Mitautorin des Weltagrarberichts stellt den guten Ruf der Rinder wieder her. Gleichzeitig hinterfragt sie hohe Milchleistung

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Aichach-Friedberg/Dasing Der Kuh wird manchmal nachgesagt, ein „Klimakiller“ zu sein. Hingegen stellte Expertin Dr. Anita Idel vor einer großen Runde von Bauern und interessierten Bürgern im Bauernmarkt in Dasing den guten Ruf der Rinder wieder her. Zu dem Vortrag „Die Kuh ist kein Klima-Killer“ hatten der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, der Bund Naturschutz, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Bioland eingeladen. Mit ihrem spannenden und gut verständlichen Vortrag stellte die Referentin die hohe Bedeutung von Rindern und allen anderen Wiederkäuern für die weltweite Bodenfruchtbarkeit, den Humusaufbau und den Graslanderhalt in den Vordergrund.

Als Mitautorin des Weltagrarberichtes von 2010 berichtete Anita Idel von den gravierenden Boden- und Naturzerstörungen durch Soja-Monokulturen in kilometerweise ausgeräumten Landschaften in Brasilien, Argentinien und Paraguay. Nachdem davon auch 5 Millionen Tonnen Soja jährlich für die bundesdeutschen Futtertröge importiert werden, bestehe eine Mitverantwortung von Landwirten und Verbrauchern, so die Referentin.

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„Natürlich emittieren Kühe Methan aus ihren Pansen“, so Anita Idel. Wobei Methan sogar noch 25- mal klimaschädlicher ist als z. B. CO2. „Aber die weitaus höchsten landwirtschaftlichen Emissionen werden durch synthetischen Dünger für die riesengroßen Monokulturen gerade in den Länder Nord- und Südamerikas freigesetzt“, betonte die Expertin.

Die Herstellung von Düngemittel schlägt stark auf die Klimabilanz

Die Herstellung der Düngemittel verbrauche sehr viel Energie und setze Lachgas N2O frei, welches 295-mal schädlicher sei als CO2. Demgegenüber könnten Rinder durch Beweidung oder Hauptfütterung mit Gras eindeutig zur Begrenzung des Klimawandels beitragen. Der Grund? Circa 40 Prozent der weltweiten Landfläche sind Grünland. „Durch nachhaltige Weidehaltung und Grasbewirtschaftung wird Kohlenstoff als Humus im Boden gespeichert und so die Atmosphäre wesentlich entlastet“, so Anita Idel.

Entschieden wandte sich die Referentin gegen ihrer Ansicht nach dümmliche Werbeaussagen von Autoherstellern, wonach das Auto mit 200 PS weniger Schadstoffe emittieren würde als eine Kuh.

In der nachfolgenden Diskussion gab die Referentin zu bedenken, dass die hohe Leistungserwartung bei Milchkühen hinterfragt werden müsste. Unter Klimagesichtspunkten sei eine Kuh mit weniger Kraftfutter und einer höheren Lebenszeit mit mehr Kälbern vorteilhafter.

Milchbauern teilen nicht die Meinung der Referentin

Dieser Auffassung widersprach ein Milchviehhalter, wonach der zu niedrige Milchpreis nur über höchstmögliche Leistung überhaupt kompensiert werden könne. Ein Zurück zur Weidehaltung jedoch würde unter derzeitigen Strukturen das Ende der Milchviehhaltung in den Regionen der Gemischtbetriebe bedeuten, so einige der Diskussionsteilnehmer. Weitgehende Übereinstimmung konnte dahin gehend erzielt werden, dass die intensive Milchviehfütterung mit importiertem Eiweiß-Futter in kleinen Schritten überwunden und durch selbst erzeugte Futtermittel ersetzt werden sollte.

Abschließend empfahl der stellvertretende Kreisvorsitzende des Bund Naturschutzes, Stephan Kreppold, das Buch „Die Kuh ist kein Klima-Killer!“ der Referentin, um sich weiter in das Thema zu vertiefen. (FA)

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