Kulturliebhaber kommen in Friedberg künftig kürzer. Kein Wunder: Der Jahres-Etat für städtische Kulturveranstaltungen war um die Hälfte gekürzt worden. Das hat auch im zweiten Halbjahr Folgen: Die Stadt spart an Kleinkunst, Liedermachern und zwangsläufig am Auftritt des Theaters.


Für den Abteilungsleiter ist 2010 somit ein Jahr, das es in Sachen Kulturveranstaltungen zu "überbrücken" gilt. Büschel wies aber auch darauf hin, welch wichtiger "weicher Standortfaktor" das große Kulturangebot in Friedberg geworden ist - "nicht nur durch städtische Veranstaltungen, sondern auch durch großes Bürger-Engagement". Das Gebotene stoße auch überregional auf immer größeres Interesse.
Scharfe Kritik an der Höhe des diesjährigen Kulturveranstaltungs-Etats übte Marion Brülls (Grüne): "Ein absolutes Trauerspiel für eine Stadt in der Größenordnung von Friedberg." Die Stadträtin fand es "blamabel und beschämend", dass sich Friedberg nicht mehr den "Kleckerbetrag" für die Liedermacher und die Kleinkunst leiste. Die Stadt dürfe sich nicht darauf ausruhen, was die Ehrenamtlichen bieten.
Bürgermeister Dr. Peter Bergmair wollte da gar nicht groß widersprechen: "Die Kollegen im Kulturausschuss sehen es wie sie." Der Bürgermeister verwies darauf, dass der Haushalt aus einer bedrängten Situation heraus entstanden sei: "Es ist so, wie es ist."
Landestheater Weniger mit Sparzwängen hat es zu tun, dass nichts aus dem für Ende Juni geplanten Gastspiel des Landestheaters Schwaben wird. Unsere Leser hatten sich eigentlich bei einer Online-Abstimmung für die Dürrenmatt-Komödie "Die Physiker" entschieden. Doch das Landestheater forderte laut Büschel für den Auftritt im Schlosshof Podeste für die Zuschauer. Diesen Sonderwunsch will und kann die Stadt nicht erfüllen. Der Kulturabteilungsleiter wusste nun nicht, ob er eher glücklich über die gesparten Kosten für den geplatzten Auftritt oder eher sauer auf den Vertragspartner Landestheater sein sollte. Bei Fraktionschef Wolfgang Rockelmann (Parteifreie Bürger/SPD) überwog der Ärger. Er empfahl mit dem Hinweis, dass es im Schloss keine Spielstätte mit Tribüne gibt, den Versuch, das Vertragsverhältnis einvernehmlich zu lösen.
Stadtteilkonzert Wie im Vorjahr in Stätzling wünschte sich Peter Gürtler (CSU) ein Konzert in einem Stadtteil - diesmal im Süden der Stadt. Kulturabteilungsleiter Büschel versucht dies zu ermöglichen - weil kein Geld dafür im Etat übrig ist mit Hilfe von Sponsoren. (scha) »Aufgefallen
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: