Montag, 26. Juni 2017

21. November 2016 18:00 Uhr

Kissing

Lieber sanieren als neu bauen

Das Dach der Paartalhalle in Kissing wird renoviert. Der Gemeinderat hat dafür mehr als eine Million Euro im Haushalt eingeplant. Was gegen einen kompletten Austausch spricht.

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Das Dach der Paartalhalle wird saniert. Das Millionenprojekt war wieder Thema im Gemeinderat.
Foto: Philipp Schröders

Die Paartalhalle in Kissing ist in die Jahre gekommen und vor allem das Dach befindet in einem schlechten Zustand. Wie berichtet soll es nun saniert werden. Allerdings warf Architekt Peter Wossnig in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats die Frage auf, ob es nicht sinnvoll sei, ein neues Dach auf die Halle zu setzen.

Dazu stellte er mögliche Alternativen vor – ein Satteldach aus Holz oder Stahl beispielsweise – das halte 50 bis 60 Jahre. Eine moderne Dachdichtungsbahn, wie sie bei einer Renovierung gebraucht werde, halte 20 bis 30 Jahre. Grundsätzlich gab der Architekt aber zu bedenken, dass eine Mehrzweckhalle eine durchschnittliche „Lebensdauer“ von 50 bis 60 Jahren habe. Die Paartalhalle ist 1986 für rund acht Millionen D-Mark errichtet worden. Rein rechnerisch müsste die Gemeinde demnach in 20 bis 30 Jahren ungefähr die Summe der Baukosten, also rund vier Millionen Euro, in die Sanierung stecken.

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Der Architekt warnte zudem, dass ein Neubau des Daches mit verschiedenen Unwägbarkeiten verbunden sei. Das Urheberrecht sei betroffen, wenn sich das Erscheinungsbild der Halle verändere. Der vorherige Architekt könnte also Forderungen stellen. Die Entsorgung des alten Daches könnte teuer werden, da es teilweise aus seltenen Verbundstoffen besteht. Der Hallenboden würde die Auswechslung des Daches wohl nicht überstehen und müsste erneuert werden.

Wossnig schätzt, dass für den Neubau rund 600000 Euro nötig wären. Im Hinblick auf die Gesamtkosten wollte er auf die Schnelle keine Prognose abgeben, deutete aber an, dass die Summe weitaus höher ausfalle. Für eine seriöse Aufstellung brauche er mehrere Wochen. Zudem gab er zu bedenken, dass die Halle bei einem Austausch des Daches für ein dreiviertel Jahr geschlossen werden müsste. Auf die Frage von Gemeinderat Ludwig Asam (Grüne), was er dem Gremium empfehle – Neubau oder Sanierung – antwortete Wossnig: „Die Politik muss eine Entscheidung treffen, die ich ihr nicht abnehmen will.“ Bürgermeister Manfred Wolf und die Gemeinderäte beschlossen, die Vorbereitungen für eine Sanierung zu treffen. Im Hinblick auf die von Wossnig aufgeführten Unwägbarkeiten und die lange Zeit, in der die Halle nicht nutzbar wäre, sagte Wolf: „Das ist mir zu kritisch.“ Im Haushalt plante der Gemeinderat Mittel von 1,05 Millionen Euro für 2017 und rund 174000 für 2018 ein. Das Projekt kommt demnächst in die Ausschreibung. Von staatlicher Seite erhält die Gemeinde einen Zuschuss von etwa 460000 Euro, wobei laut Wolf zunächst nur 395000 Euro gewährt werden, der Rest wird über einen Steuerausgleich gewonnen.

Architekt Wossnig sagte während der Sitzung, dass sein Büro im Hinblick auf die Sanierung sehr weit sei. „Wir kennen nun jeden Schwachpunkt.“ Es dürfte keine Probleme mit der Statik geben. „Wir kommen nicht in die Lage, die Konstruktion ändern zu müssen.“

Lediglich die innen liegenden Dachrinnen in dem Bereich, wo die alte Halle auf den neueren Bau trifft, beschäftigen den Architekten. Dort werde gegen gleich drei geltende Normen verstoßen. Es gebe keinen Notüberlauf, keine zweite Sicherheitsrinne und die bestehende müsse von den Ausmaßen her größer sein. Wossnig stellte aber einen Entwurf vor, um diese Probleme bei der Renovierung zu lösen. Er merkte an, dass kein Brandschutzkonzept für die Halle bestehe. Bürgermeister Manfred Wolf betonte, dass es vom Sportbereich aus mehrere Notausgänge gebe und diese gekennzeichnet seien.

Wossnig machte den Vereinen im Hinblick auf die Hallenzeiten Hoffnung. Bei den Arbeiten wird wohl nicht, wie vorher angenommen, die ganze Zeit ein großes verschiebbares Gerüst gebraucht.

Dennoch muss die Sporthalle wohl über einen Zeitraum von ein bis drei Monaten immer wieder gesperrt werden. Während der Sitzung sagte Wolf: „Ab August Pi mal Daumen.“ Der Bürgermeister macht sich zudem schon weitere Gedanken über die Zukunft der Halle. „Vielleicht gibt es die Möglichkeit, über Zuschüsse Schritt für Schritt auch die Wände auswechseln zu lassen.“

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Kissing | Manfred Wolf

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Philipp Schröders

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